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Nelson Mandela

 
Vater der Regenbogen-Nation
Was Südafrika Nelson Mandela verdankt kann sich nur erahnen lassen. Er ist der Vater der neuen Republik.
 
Hier nun ein kurzer Lebenslauf unseres Idols
 
Mandelas Zitat: "Der Kampf ist mein Leben" sind Worte, die nicht lässig genommen werden sollten. Mandela personifiziert den Kampf. Trotz der fast drei Jahrzehnte in Gefangenschaft bekämpfte er mit außerordentlicher Kraft und Widerstandsfähigkeit das Apartheidsregime. Er hat seine Jugend und sein privates Leben für das Volk geopfert. Somit wurde er zum berühmtesten und beliebtesten Helden Südafrikas. Über viele Jahre hinweg belegte er mehrere Positionen in der ANC (African National Congress) -1948 ANCYL Mitglied ( ANC Jugend Verein) -1950 ANCYL Präsident -1952 ANC Transvaal Präsident -1952 Nationaler Vizepräsident -1991 ANC Präsident
 
Nelson Rolihlahla Mandela wurde am 18. Juli 1918 im Dorf Qunu in der Nähe von Umtata, Transkei geboren ( zwischen Durban und PE ). Sein Vater Henry Mgdala Mandela war stellvertretender Führer des Thembulands. Nach dem Tode seines Vaters wurde Nelson zum Wahlbezirksführer ernannt. Mandela beendete seine schulische Ausbildung in Heraldtown an einem methodistischen Internat. Danach begann er sein Anwaltsstudium an der Universität von Fort Hare, wo er bald Mitglied des Studentenrats wurde. Nach einem Protestenmarsch wurde Mandela 1940 zusammen mit Oliver Tambo (dem zukünftigen Vorsitzenden der ANC) von der Universität verbannt. 1944 half er bei bei der Gründung des ANC Jugendverbands (ANCYL) mit. 1952 ließ er sich mit seinem Partner Oliver Tambo in der ersten schwarzen Anwaltskanzlei nieder.
 
Er stellte während dieser Zeit fest, dass die Regierungspolitik der Isolierung, Bantustan genannt, ein politischer Schwindel sei. Dies, so sagte er voraus, würde zu Verfolgungen, staatlichem Terror und Deportationen führen. In den späten 1950ern war er einer der Beschuldigten in dem berühmten Verratsprozess der südafrikanischen Regierung gegen den ANC. Die ANC wurde nach dem Sharpville Massacre von 1960 als politische Partei verbannt. Mandela wurde bis 1961 inhaftiert.
 
Nach seiner Freilassung führte er heimlich einen Feldzug für eine neue Staatsordnung. Umkhonto we Sizwe (MK) wurde im gleichen Jahr als militärischer Zweig des ANC gegründet. Dieser Zweig übte unter Mandelas Führung Anschläge auf Regierungs- und Wirtschaftsziele aus. Im Jahre 1962 verließ Mandela das Land und wurde in Angola militärisch ausgebildet. Von dort leitete er die Ausbildung anderer MK Mitglieder. Bei seiner Rückkehr nach Südafrika wurde er an der Grenze wegen öffentlicher Unruhestiftung verhaftet. Er führte seine eigene Verteidigung, wurde aber trotzdem zu fünf Jahren Gefängnisstrafe verurteilt.
 
Während dieser fünf Jahre wurde er zusätzlich im Rivonia Prozess angeklagt. Dort wurde er dann zu lebenslänglicher Gefangenschaft verurteilt.
 
In einem der vielen Gerichtsverfahren gegen Nelson Mandela fiel 1964 gegen ihn und fast die ganze Spitze der ANC das Urteil der lebenslangen Haft. Eigentlich wurde erwartet, dass sie zur Todesstrafe verurteilt würden, der Richter de Wet entschied aber, diese nicht zu verhängen.
 
Diese Gruppe des ANC wurde in das Gefängnis auf Robben Island gebracht. Die ersten Jahre des Strafvollzuges dort wirkten auf die Gefangenen ausgesprochen hart und entwürdigend, da die Wärter davon ausgingen, dass sie keine Menschen bewachen, sondern tierähnliche Geschöpfe. Die schwarzen Gefangenen bekamen schlechteres Essen als die weißen Gefangenen und mussten auch im Winter in kurzen Hosen und ohne Unterwäsche überleben. Jedoch durch beharrliche Verhandlungen mit der Gefängnisverwaltung seitens Nelson Mandela wurden die Bedingungen allmählich humaner.
 
Während des Aufenthalts auf der "Insel" entwickelten die ANC Mitglieder ein ausgefeiltes Bildungssystem für die Mitgefangenen, durch welches sie ihre politischen Grundsätze und die Geschichte der ANC weitergaben. Diese sogenannte "Mandela-Universität" wurde zu einer einzigartigen Stätte des Lernens und der Erziehung, die sogar das weiße Bewachungspersonal miteinbezog. Deswegen wurde Anfang April 1982 die Führungsgruppe der ANC aus dem Gefängnis auf Robben Island in das Hochsicherheitsgefängnis von Pollsmor verlegt. Damit versuchten sie eben diese Einrichtung, die die Insassen politisch formte, zu unterdrücken. Mandela beschrieb die Bedingungen im Gefängnis in Pollsmor als 5 Sterne Hotel im Vergleich zu Robben Island.
 
Während seines Aufenthaltes in Pollsmor wurden Mandela einige Freilassungsangebote gemacht, die er aber alle auf Grund inakzeptabeler Bedingungen, wie zum Beispiel der "Abschwörung jeglicher Gewalt" in dem Abkommen mit Botha, ausschlug. Auch erhielt er viele Besuche wichtiger Politiker, wie zum Beispiel eines Mitgliedes des britischen Oberhauses. 1988 wurde Mandela noch einmal in ein Gefängnis in die Nähe von Paarl verlegt.
 
Dort verbrachte er zwei weitere Jahre in Gefangenschaft, diese waren für ihn aber schon eine Mischung aus "politischer Weltmann" und "Gefangener". Nachdem Frederik Willem de Klerk am 20. September 1989 seinen Posten als Vorsitzender der National Party einnahm und als Präsident vereidigt wurde, dauerte es nicht mehr lange, bis Nelson Mandela am 11.2.1990 aus der Haft entlassen wurde.
 
Nach seiner Freilassung wurde er nach Kapstadt gebracht und dort hielt er dann von dem Balkon des Rathauses an der Grand Parade seine historische Rede.