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Diamanten

 
Der Diamant besticht durch seinen mythischen Zauber und ist so wertvoll, dass manche alles dafür geben. Dank Hightech können Forscher nun nachweisen, dass Diamanten spektakuläre Zeugnisse aus der frühesten Zeit der Erde sind. Diamanten sind extrem reaktionsträge. Einschlüsse von winzigen Mineralien oder Gesteinen sind perfekt konserviert gegen chemische Reaktionen, Druck und Temperaturen. Mit der Analyse der Einschlüsse kann der Wissenschaftler die chemischen Bedingungen des Erdmantels überprüfen. Man weiß, nicht die glitzernden Steine selbst, sondern die Einschlüsse von winzigen Mineral- und Gesteinsfragmenten in den Diamanten bergen Geheimnisse vom Anbeginn der Zeit.
 
Das Muttergestein des Diamants ist der Kimberlit. Innerhalb dieses Gesteins wandelt sich der Kohlenstoff in Tiefen von oft mehr als 150 Kilometer unter hohem Druck und bei Temperaturen von bis zu 3000 °C zu Diamant um. Dieser kommt sehr schnell durch die so genannten Pipes, vulkanische Eruptivschlote, an die Erdoberfläche und kann so der Phasenumwandlung zu Graphit entgehen. Von dort können die Kristalle durch natürliche Verwitterungsprozesse, bei denen sie aufgrund ihrer Härte intakt bleiben, abtransportiert werden und reichern sich dann meist in Sedimentgesteinen an, die heute eine der Hauptquellen des Minerals darstellen.
 
Gewonnen werden sie zudem in den Vulkanschloten erloschener Vulkane, die senkrecht nach unten abgebaut werden. Das Muttergestein wird dabei zermahlen, um die Diamanten zu gewinnen. Im Süden Afrikas liegen Diamanten auch am Grund der Wüste, so dass der Sand bis zum gewachsenen Fels abgetragen und gewaschen werden muss.
 
Die Gewinnung der kostbaren Steine liegt fast auf der ganzen Welt unangefochten in den Händen einer Firma: De Beers. Angefangen hat all das am Orange River in Südafrika. Im Jahr 1866 fand der Farmer Schalk van Niekerk am Ufer des Flusses einen Kiesel mit einem ganz besonderen Glitzern. Das Diamantenfieber lockte kurz danach Glücksritter aus der ganzen Welt an. Sie fielen wie die Heuschrecken über die Gegend her. Sie ließen Frau und Kinder zurück und gaben ihr letztes Hab und Gut fort, in der Hoffnung, als reicher Mann heimzukehren. Der Farmer Johann De Beer verkaufte seine Farm für 6000 Pfund, das hundertfache vom ursprünglichen Kaufpreis, bevor die Meute auch seinen Boden zerpflügte. De Beer machte ein gutes Geschäft und verschwand. Sein Name aber ging in die Geschichte ein, denn kurz darauf wurde auf seinem Land die größte Mine Südafrikas entdeckt. 350 Meter tief und einen halben Kilometer breit: das größte von Menschenhand gegrabene Loch der Erde. Fast zwei Tonnen Diamanten gab die Mine her, bevor sie 1914 aufgegeben wurde.
 
Seit mehr als hundert Jahren diktiert die Firma De Beers, benannt nach dem Glück bringenden Stück Land, die Preise für Rohdiamanten in aller Welt. Begründet wurde das Firmenimperium von zwei völlig unterschiedlichen Männern. Dem Patrioten Cecil D. Rohdes ging es um die englische Krone und um Macht. Sein Widersacher Barney Barnato strebte nach Reichtum und gesellschaftlicher Anerkennung. Mit dem richtigen Gespür kauften beide den bankrotten Schürfern ihre Claims ab und machten so Millionengewinne. Erst nach vielen Jahren harter Konkurrenz gründeten die beiden Rivalen am 18. Juli 1898 gemeinsam die De Beers Mining Company und legten damit den Grundstein zu einer einzigartigen Erfolgsstory.
 
Die Minen von einst sind heute erschöpft, immer wieder müssen neue erschlossen werden. Um sich die Vorherrschaft auf dem Diamantmarkt auf lange Sicht zu sichern, setzt De Beers auf modernste Technik.Satelliten suchen aus dem All nach erkalteten Vulkanen, die im Verborgenen unter der Erde schlummern. Im Institut für Geowissenschaft von Johannesburg werden die gesammelten Daten ausgewertet. Verdichten sich die geologischen Hinweise, werden Experten-Teams ausgeschickt, um nach Spuren von Diamantenvorkommen zu suchen. Mit Probebohrungen wird überprüft, ob sich das Anlegen einer Mine wirtschaftlich lohnt. Die Suche nach den seltenen Juwelen ist ein stetiger Kampf an allen Fronten.
 
An der Atlantikküste Namibias fördert De Beers im Tagebau Diamanten aus dem Sand. Über Millionen von Jahren hat der Orange River sie aus dem Landesinneren an die Flussmündung gespült. An der Küste durchforsten Spezialschiffe mit Tauchrobotern den Ozean nach angeschwemmten Diamanten. Gigantische Sauger holen die Edelsteine vom tiefen Meeresgrund.