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Camping Reise 2003

 

Südafrika – Einen Traum erfüllen mit wenig Geld

Animation zu einer beglückenden Reise     
 
 
Widmung
Wir widmen diese Seiten unserem Freund Elmar. Er und seine Frau Rita wollten unsere Reisegefährten sein auf unserer ersten Reise in dieses Land. Wir waren überglücklich, mit einem Paar fahren zu können, dass zu unserer Lebensweise so kompatibel war. Elmar konnte die Reise nicht antreten, weil eine schwere Krankheit kurz vorher festgestellt wurde. Natürlich waren die Beiden die ersten, die von unseren Erlebnissen erfuhren.
Elmar lebt nicht mehr.
 
1. Einleitung
Dieses Büchlein ist keine Reisebeschreibung, obwohl einige Erlebnisse unsere Ratschläge erläutern werden. Es ist ein Vorschlag für eine mehrwöchige oder mehrmonatige beglückende  Reise in das  vielfältige Land Südafrika. Alle aufgeführten Hinweise stammen aus eigener Erfahrung oder sind Ratschläge, aufgenommen von erfahrenen Leuten, und sie sind vielfach erprobt. Es ermöglicht Menschen, wie wir es sind, eine Reise mit allen Höhepunkten und Traumerfüllungen, die man sich für dieses Land vorstellt, zu einem Gesamtreisepreis, der den eines Pauschalurlaubes in einem Mittelmeerland nicht übersteigt.
 
Was sind wir für Leute? Wir sind ein Paar Ende Fünfzig und etwas verfrüht im (wohlverdienten ) Ruhestand, naturverbunden, menschenfreundlich und zugewandt, neugierig aber nicht übermütig. Der Eine kennt die Grenzen des Anderen. Wir übernehmen uns selten, weder gesundheitlich, noch finanziell. Wir bewegen uns gern, sind eher sportlich orientiert, aber keine durchtrainierten Alten. Vor Allem lieben wir die Abwechslung und verabscheuen es, die Zeit tot zu schlagen. Wir finden das 5-Sterne-Luxusbad völlig unnötig, ebenso die aufwändige Bedienung . Denn Erholung, Relaxen und Entspannung und ... brauchen wir nun wirklich nicht. Eher schon ein Bisschen das Gegenteil. Außerdem wünschen wir uns einen intimen Schlafraum, nicht wechselnde unbekannte Betten, ein ungezieferfreies Zimmer, eben ein Zuhause, wenn wir schon so lange von zu Hause weg sind!
 Was erwarten wir speziell von diesem Reiseland Südafrika? Atmosphäre natürlich und wilde Tiere. Was bietet sich da an?
 
Wenn Sie, lieber Leser, liebe Leserin, bis hierhin folgen konnten, dann lesen Sie bitte den folgenden Abschnitt auch noch. Dann entscheiden Sie bitte, ob Sie ein „Ja, das klingt ganz gut!“ oder ein „Die sind bekloppt, kommt für uns nicht in Frage!“ sprechen.
 
Wir haben im Alter von 55 Jahren, als wir unsere erste Reise nach Südafrika machten, das Zelten entdeckt in Kombination mit Lodge-Atmosphäre. Verwöhnte Knochen haben wir auch! Zu Hause die Latexmatratze gegen Rückenschmerzen, Knorpelschäden in den Knien, Meniskustheater, demzufolge OPs. Dies spricht nicht für einen glückliches Zelterleben? Ganz im Gegenteil! Mit einem Bisschen Liegekomfort (sich selbst aufblasender Isomatte) und wenigen Nächten Übung liegen und schlafen wir völlig entspannt, schmerzfrei und erholsam in dem kleinen Nest, von dessen Ausstattung noch später die Rede sein wird. Auch wenn sich um uns herum alles immer verändert, unser Zelt bleibt zuverlässig gleich. Es ist unser Intimbereich und manchmal auch unsere Zuflucht. Diese Entdeckung machte uns frei!
 
Spricht man mit einem Europäer über das Zelten in Südafrika, so wird sofort die Sicherheitsfrage gestellt. Zu Recht! Kriminelle Übergriffe in Form von Diebstahl und Raub sind in dem Land an der Tagesordnung. Wie kann man da ans Zelten auch nur denken? Ganz einfach. Man muss nur wissen, dass jeder Zeltplatz sehr gut bewacht ist. Sicherheitskräfte patrouillieren auch in der Nacht. Hunde schlagen Alarm und sind unerbittlich zu Eindringlingen. So fühlt man sich sicher und ist es auch. Ganz bestimmt niemand käme hier auf die Idee, „wild“ zu campen, weil es doch gerade so idyllisch ist und so menschleer! Und was das bedenkenlose Umherwandeln angeht, so gibt es Spielregeln, an die sich alle Touristen halten sollten, dazu später mehr.
 
Auf den nächsten Seiten verraten wir nun nach und nach unsere erprobten Ratschläge zu einer wunderbaren Reise, die auch den ach so bestaunten südafrikanischen Super-Luxus zu wenig Geld mit einbezieht. Auch auf die Tierbeobachtungen und das Erpirschen der „Big Five“ (Löwe, Leopart, Elefant, Büffel und Nashorn) werden wir eingehen. Es geht uns aber auch um die Kleinigkeiten des täglichen Lebens als Minicamper mit Leihauto, die wirklich guten Tipps für die Praxis.
 
Die Idee zu diesen Handreichungen entstand auf unserer zweiten Reise in einer der ersten Nächte, als die Vögel in der Baumwipfeln über uns gegen 5 Uhr den Tag einsangen. Im Winter 2002/2003 waren wir zum ersten Mal dort, von Mitte Oktober bis Mitte Januar. Zwei Winter später, im Jahr 2005 von Mitte Oktober bis Mitte Dezember, bereisten wir einen anderen Teil des so vielfältigen Landes. Auf unserer ersten Fahrt entdeckten wir die Freuden dieser Art zu reisen und auf der zweiten Fahrt schliefen wir keine Nacht in einem normalen Bett, auch als uns dies von netten Menschen kostenlos angeboten wurde. In unsere Routen einbezogen waren die Königreiche Lesotho und Swaziland, die mitten im Territorium von Südafrika liegen.
 
2. Reisezeit
Wir glauben, dass wir für unsere beiden Reisen zufällig die beste Reisezeit aus mitteleuropäischer Sicht gewählt haben, nämlich von Oktober bis Mitte Dezember. Etliche Gründe sprechen dafür:
- Bei uns zu Hause wird es ungemütlich kühl und feucht, dem wir gern entfliehen.
- In Südafrika beginnt gerade der Sommer. Die Temperaturen im Oktober-Dezember sind tagsüber höher als 20 Grad, manchmal über 30Grad, je nachdem, wo man sich aufhält.
- Die Regenzeit hat noch nicht begonnen, die Tiere zieht es zu den Wasserlöchern. Das Gras ist noch niedrig, die Sicht in die Wildnis noch weit. Tiere lassen sich leichter entdecken.
- Mit dem Regen und dem Grün kommt der Nachwuchs. Impalas, Nilpferde, Elefanten,... sind dann, im November-Dezember, mit ihren Jungen zu beobachten.
- Die Zeltplätze sind wunderbar leer. Wenn man Kontakt sucht, stellt man sich in die Nähe von den anderen vereinzelten Gästen.
- Backpacker (mehr dazu später) haben ebenfalls erst wenige Gäste. Dort ist es nicht so quirlig wie zur Hochsaison. Es ist nicht nötig, sich vorher anzumelden, auch nicht, wenn ein Zimmer und kein Zeltplatz gewünscht wird.
Als wir auf unserer ersten Reise, die bis Mitte Januar ging, die Zeit der Hochsaison erreicht hatten, verzogen wir uns nach Lesotho, wo es kühl ist und touristisch wenig beleckt. Einmalige Eindrücke haben wir von dort mitgenommen. Als wir Ende Dezember wieder nach Südafrika einreisten, waren wir doch sehr schockiert. Der Tourismus hatte sich vervielfacht.  Die Erinnerungen an die letzten 2 Wochen unserer Reise sind somit geprägt von dem Wunsch, wieder etwas Beschaulichkeit zu finden.
- Die Entwicklung von Insekten ist an warme Temperaturen gebunden. Im Frühling bzw. Frühsommer von Südafrika gibt es noch nicht viele davon.
 
3. Eine Reiseroute finden
Eine verwirrende Vielfalt von möglichen Reisezielen überfällt einen, wenn man den Reiseführer aus dem Loose Verlag studiert! Dieser beschreibt erfreulicherweise auch viele Ziele, die nicht von den normalen Touristen heimgesucht werden.
Folgendermaßen kann man bei der Auswahl vorgehen: Man erstellt eine Liste von Wunschzielen. Dann versucht man, eine einigermaßen sinnvolle Fahrstrecke daraus zu entwickeln, die auch den klimatischen Bedingungen Rechnung trägt. Dabei muss man möglicherweise einige Ziele streichen, verschieben auf ein anderes Mal.
Während des Aufenthalts ist man gut beraten, Ratschläge von anderen anzunehmen und ad hoc die Route noch zu ändern. Mit anderen Reisenden kommt man sehr gut bei den Backpackern (Erklärung siehe unten) ins Gespräch. Diese Orte sind ein wichtiger Umschlagplatz von Informationen. Besonders viel über alternative Ausflugsziele wissen die Betreiber dieser Backpackerunterkünfte!
Da wir Mit-Zeit-Reisende flexibel sind, sind wir stets bereit, einmal gefasste Entschlüsse über den Haufen zu werfen.
 
 
4. Das Auto – die Qual der Wahl
Schaut man sich im Internet die möglichen Fahrzeuge der Verleihfirmen an (Stichwörter: car, hire, rental), so kommt man leicht in Sorge, ob das kleine Auto, das wir vorschlagen, denn wohl ausreicht.
Auf unserer ersten Reise fuhren wir einen Opel Corsa ohne Klimaanlage, auf der zweiten einen Toyota Tazz mit Klimaanlage. Auch der Opel Corsa reichte aus. Er hat uns flott und zuverlässig gefahren und unseren Krempel in sich verwahrt. Der Toyota Tazz, ein Fahrzeug aus der zweitkleinsten Kategorie, ist ca. 20cm länger. Im Stauraum gibt es dadurch mehr Luft. Vor allem die Klimaanlage lernten wir zu schätzen während der stundenlangen Touren in den großen Naturparks. Bei 6,5 l Verbrauch und höchstens 20€ Leihgebühr pro Tag ist die Schmerzgrenze nicht überschritten.
Der „Südafrikaner“ aber fährt hochrädrige Wüstenfahrzeuge 4x4. Sicher, auf Farmen, auf vielen Nebenstrecken kommt man damit zügiger voran. „Dirtroads“, ungepflasterte Nebenstraßen, gibt es nicht wenige, aber die Reiseziele waren mit dem kleinen Fahrzeug gut zu erreichen.
Auch Schotterstraßen sind wir gefahren, meist waren sie zügig zu befahren. Die extrem holprige Zufahrt zu einem Ort an der Wildcoast hat uns aber doch unsere Grenzen gezeigt, wir kehrten nach wenigen Kilometern um. Die 66Kilometer auf steiniger Straße nach Semonkong (Lesotho) waren eine dreistündige Marterstrecke für den Kleinen, aber er hat’s geschafft ohne Reifenwechsel.
 
5. Die Sicherheitsfrage
Diese ist mit Sicherheit eine der wichtigsten. Wenn man in Südafrika beobachtet, wie wenig die meisten schwarzen Menschen haben und man weiß, wie hoch die Zahl der Arbeitslosen ist, wundert man sich, wie friedlich das Nebeneinander der sozialen Schichten dennoch abläuft. Aber kriminelle Übergriffe sind zahlreich. Jeder Südafrikaner kann eigene Erlebnisse beitragen. Und damit man selbst nicht auch welche zu  erzählen hat, hält man sich besser an einige Regeln. Strickt und immer!:
Bei Dunkelheit geht man nicht zu Fuß. Zum Restaurant, und sei es nur 150 m weit, wird das Auto bewegt. Dort wartet ein Wächter, der den Wagen gegen 1-2 Rand Trinkgeld zwischenzeitlich bewacht. In den Naturparks gilt das nicht, auf dem Land manchmal auch nicht.
Grundsätzlich frage man, wie „safe“ der Ort ist, an dem man sich bewegen will.
Am Tag sollte man vor einem Spaziergang ebenfalls fragen, ob dies zu Fuß angesagt ist.
Egal, wohin man geht, ist man gut beraten, dies ohne Wertgegenstände wie Schmuck und Uhr zu tun, in einfacher Kleidung, die den „wohlhabenden Touristen“ nicht herauskehrt.
Wohlhabend sind wir alle in den Augen der Menschen, die in Townships leben.
Townships sind die Wohnbereiche der schwarzen Bevölkerung. Sie liegen deutlich unterscheidbar wie Trabanten am Stadtrand. Die Menschen gehen morgens von dort aus in die „weißen“ Wohnbereiche, wo sie meist im Dienstleistungsbereich ihre Arbeit tun, als Personal der Weißen. Oder die Arbeitslosen versuchen, auf jede erdenkliche Art und Weise ein Bisschen Geld zu verdienen, z.B. mit dem Hüten oder Waschen von Autos. Abends wird der Ortskern, wo Villen mit hohen Mauern und Stacheldraht und Wachtposten und vielen Schlössern stehen, nach und nach von den Schwarzen verlassen, die ihr Leben dann im Township führen. Man möchte meinen, das war nur früher hier so zu Zeiten der Apartheid? Nein, so lebt man hier als Schwarzer. Offenbar zufrieden, wenn man denn ein geregeltes Einkommen hat. Die schwarze Regierung stellt Weichen, dass mehr und mehr Schwarze in die Führungsetagen der Unternehmen kommen , aber.... Ansonsten vertraut man auch hier auf die selbstregulierenden Mechanismen des Marktes.
Nicht überwundene Rassentrennung wird auch deutlich in den ehemaligen Homelands, Landstrichen, in denen noch heute fast ausschließlich Schwarze leben, Weiße sind sehr selten. Wir haben uns in den Geschäftsbereichen dort einerseits wohlgefühlt, hatten aber doch ein seltsames Gefühl im Magen.
Ein Supermarkt, in dem vorwiegend Weiße einkaufen neben einem Supermarkt, wo so gut wie ausschließlich Schwarze einkaufen – schwer zu verstehen. Die Gleichheit vor dem Gesetz ist längst da, die Zeit wird es bringen. Wahrscheinlich dauert der Prozess noch zwei Generationen, so sagen viele wohlgesonnene liberale Südafrikaner.
Zurück zu uns Touristen!
Unsere Wertsachen  (Pässe, Führerscheine, Ersatzkreditkarten, evtl. Kamera, Bargeld geben wir beim Backpacker in den Safe zur Aufbewahrung. Fotokopien von Pass und Führerschein tragen wir bei uns. Eine mittlere Geldportion, um die 50€ haben wir griffbereit in der Hosentasche, um sie im Fall der Fälle als Beute abgeben zu können, was aber bisher nicht nötig war.
Das Auto stellen wir in den Städten dort ab, wo ein freundlicher Mensch anbietet, darauf aufzupassen. Ein Trinkgeld sollte man schon beim Einparken verabreden. Das klappt prima.
In Swasiland und in Lesotho liegen die Dinge ganz anders. Die Bevölkerung ist schwarz, es gibt alle Einkommensschichten. Die Landbevölkerung lebt traditionell. Es gab nie eine Apartheid. Die Ungleichheit ist nicht größer als anderswo. Auch dort achteten wir auf unsere Habseligkeiten aber wir fühlten uns sicherer als in Südafrika.
 
6. Packliste – dies und mehr nicht!
Die Liste beinhaltet das Nötige und im Hinblick auf die Gewichtslimitierung von 20 kg beim Fluggepäck pro Person das Sinnvolle. Vielleicht haben Sie ein Hobby, für das noch etwas Besonderes mit muss. Dies könnte unter Umständen z.T. ins Handgepäck. 
 
Kleidung pro Person: Bei der Wahl der Kleidung und der Nachtwäsche sollte man an das Zwiebel-Prinzip denken, um tags und nachts allen Ansprüchen genügen zu können. Wenn keine Stückzahl angegeben ist, ist immer nur eines gemeint. Kursiv und fett gedruckt ist das, was beim Flug getragen werden kann.
 
Dünner Anorak 
Fleece-Jacke
langärmelige Hemden/Blusen (2 Stk)
T-Shirts ohne Arm (3-4 Stk)
Lange Hosen, davon eine mit abreißbaren Beinen (2 Stk)
T-Shirt mit kurzem Arm
Regenhaut / Cape
Shorts
Pullunder
Nachthemd oder Big-Shirt auch für den Herrn
Lange Pyjamahose
Unterhosen (5 Stk)
Socken
Wandersocken (1-2 Paar)
Badeanzug / Badehose
Wanderschuhe
Treckingsandalen
Badelatschen
Außerdem für die Dame:         
Kofferkleid
Großes dünnes quadratisches Tuch
Strumpfhose
 
Küchensachen: Man bedenke, dass die Dinge leicht sein sollen und eventuell vor dem Rückflug verschenkt werden können.
 
Küchentrockentücher (2 Stk)
Lappen zum Wegwerfen (4 Stk)
Spülschwamm mit Kratzseite
Schwammtuch
2 kleine Töpfe aus Alu
mittelgroße einfache weil leichte beschichtete Pfanne
Pfannenheber
Schöpflöffel
Scharfes kleines Schälmesser
Korkenzieher
Einflammiger Camping-Gas-Kocher ohne Kartusche
Schneidebrettchen
Essbesteck: 2 Messer, 2 Gabeln, 2Löffel
Große Plastikteller (2 Stk)
Topflappen
Ein paar Gewürze
 
Campingsachen:
Zelt, 2 zusätzliche Heringe und Spanngummis
Komfort-Isomatten (2 Stk)
Großes Biberbetttuch
Kleine Kopfkissen waschbar mit Bezug (2 Stk)
Schlafsäcke (2 Stk)
Evtl. Zusatzdecke für Leichtfrierer
Taschenlampe
Weiche Bürste zum Ausfegen des Zeltes
Stirnlampe zum nächtlichen Lesen
Kleine Campingstühle (2 Stk.) gab es bei Decathlon für 6 € das Stück
Campingtisch aus Alu, klein zusammenlegbar, für ca. 50 € im Campingladen
 
Wandersachen:
Wasserflaschen (2 Stk), Plastik oder Alu
Wanderstöcke (2 Stk)
Sonnenkappe oder Hut
 
Körperpflege:
Dünne Frotteetücher (2-3 Stk)
Zahnbürste
Zahnpasta
Körperlotion - kann man auch in reichlicher Auswahl in SA kaufen
Kamm/Bürste
Shampoo – man nehme reichlich mit, Auswahl ist äußerst dürftig
Sonnenschutz große Flasche
Sonnenschutz Tube mit hohem LSF für Gesicht und empfindliche Körperteile,
hat man immer dabei
Labello mit LSF
Handspiegel
Nagelnecessaire mit Pinzette
Deo
Rasierzeug
Intimpflege
Gesichtscreme, ein bisschen dekorative Kosmetik
Evtl. Haarschneideschere
(Überflüssig sind Föhn und Wickler, eine pflegeleichte Frisur ist angebracht)
 
Nützliches:
Autokarte von Südafrika
Kleines Nähzeug
Einige Sicherheitsnadeln
Wäscheleine und einige Wäscheklammern
Evtl. kleines Vorhängeschloss zum Sichern von ...
Einige starke Gummibänder
Gummistopfen für variable Abflussgrößen - in den Badewannen fehlen sie oft
Insektenspray (eventuell, gegen eingedrungene Mücken)
Tablettenteiler (eventuell, siehe Medikamente)
 
Persönliches:
Bauchtasche für Wertsachen - gesichert vor Zugriff
Reisepässe und Kopien davon – Kopie immer bei sich tragen!
Führerscheine – der internationale soll es sein, wurde aber nie nachgefragt
Tickets
Visa-Karten – Telefonnummer bei Verlust
Lesebrille, evtl. Ersatzbrille
Sonnenbrille
Buch – wird getauscht, wenn es ausgelesen ist
Reiseführer - wir empfehlen den aus dem Loose-Verlag
Schreibmappe und 2 Kugelschreiber
Adressenliste, Telefonnummern, eMail-Adressen
Wenige Fotos vom Familienangehörigen
(Wertvoller Schmuck ist auf einer Reise wie dieser nicht angebracht, man kann nur fürchten, ihn zu verlieren, und böse Taten anzulocken. Netter einfacher Schmuck vor Ort erworben ist besser)
 
Technisches:
Handy für SA und Ladegerät
Sim-Karte (haben wir über ebay erworben und wieder verkauft. Bei der Übernahme des Autos wurde eine Telefonnummer in SA verlangt. Sim-Karte war im Flughafen sehr teuer!)
Kamera mit Ladegerät
Fernglas klein
 
Medikamente:
Außer den persönlichen Medikamenten haben wir mitgenommen:
Antibiotikum (Infektionen)
Immodium (Durchfallmittel)
Aspirin (Schmerzmittel)
Bepanthen Salbe (beruhigend, lindernd)
Fusidine Salbe (antibiotisch, bei entzündeten Wunden)
Zovirax (gegen Herpes)
In Südafrika ist das Netz von Ärzten und Apotheken dicht und die Qualität der medizinischen  Versorgung in privaten Praxen und Krankenhäusern gut, so dass ein Gang zum Doktor ins Auge gefasst werden kann.
Auf beiden Reisen hielten wir uns längere Zeit in Malariagebieten auf. Wir haben uns zu Hause bei verschiedensten Quellen informiert, auch im Tropeninstitut Hamburg. In jedem Fall wurde eine Prophylaxe nahegelegt. Für die relativ lange Zeit kam Malarone aus Kostengründen nicht in Frage (Es ist in SA nicht billiger). Über mögliche Nebenwirkungen von Lariam lasen wir wirkliche Schauergeschichten. Nie würden wir dieses Risiko eingehen. Blieb noch das Antibiotikum Doxicyclin. Wir nahmen täglich 100mg. Dazu halbierten wir die 200er Tablette mit einem Tablettenteiler (dieser ist hilfreich und sollte aus Deutschland mitgenommen werden). Nach Verlassen des gefährdeten Gebietes muss man noch vier weitere Wochen lang schlucken! Auch das Tropeninstitut befürwortete diese Einnahme, obwohl in Deutschland Doxicyclin nicht zur Malariaprophylaxe verschrieben werden darf.
Außerdem nahmen wir Einmalspritzen, Pflaster, Mullbinde und eine elastische Binde mit.
 
Überflüssiges:
Föhn (Haare trocken immer schnell an der Luft)
Tauchbrille und Schnorchel (Man kann in der Brandung nicht schnorcheln. Im Norden liegen die Korallenriffe nur mit dem Boot erreichbar in einer Tiefe von mindestens 14 Metern.
 
7. Gepäckstücke
Wenn Sie den "Loose" lesen, bekommen Sie evtl. große Lust auf mehrtägige Wanderungen. Für diesen Fall brauchen Sie große Rucksäcke. Ein kleiner Rucksack für Tageswanderungen ist obligatorisch. Sie sind zu zweit? Jede Hand trägt eine Reisetasche, auf dem Rücken ist der große Rucksack, der kleine Rucksack auf dem Bauch. Der kleine Rucksack ist gleichzeitig Bordgepäck, enthält also keine Scheren oder Messer.
Man kann bereits einige Tage vor dem Abflug komplett packen und sich mit dem Gepäck zu Hause wiegen. Sie werden glatt unter den erlaubten 20 kg bleiben, Bordgepäck nicht gerechnet.  Manche Fluggesellschaften gestatten ohne Aufpreis einige Kilos mehr, was aber nicht wirklich entscheidend ist. Bedenken Sie bitte, dass es in Südafrika viele schöne Sachen gibt, die sich beim Rückflug addieren. Angenehm und angemessen ist es zu planen, einige Sachen vor dem Rückflug zu verschenken, um einem Menschen eine Freude zu machen und gleichzeitig Gewicht los zu werden. Wem man seine gebrauchten Sachen geben kann? Angesichts des enormen Wohlstandsgefälles gibt es diese Menschen allerorts! Berge an westlicher Altkleidung liegen schließlich auf den Märkten für die schwarze Bevölkerung.
Jedenfalls erntet man Staunen, wenn man die Frage "...und die Zeltsachen habt ihr in Südafrika gekauft?" beantwortet mit: "Nein, haben wir mitgebracht."
 
8. Was man erst in Südafrika kauft
- Fleece zum Schutz des Zeltbodens und als Boden für die Apsis
- 5-7 „greenbags“ von „Pick `n Pay“ (Verwendung s.u., Supermarktkette dieses Namens)
- Kühlbox (in großen Supermärkten, ca. 15 €),
- Große Schüssel aus Plastik (für viele Zwecke, nicht nur zum Spülen)
- Paket Streichhölzer
- Paket einfache Haushaltskerzen (Eingangsbeleuchtung s.u.)
- 2 Gaspatronen (Gasverkauf bzw. Hardware-Shop)
- Peaceful Sleep (Spray zur Mückenabwehr, in großen Supermärkten)
- Kaltwaschmittel zum Wäschewaschen
- Geschirrspülmittel kleine Flasche
- Telefonkarte (20 Rand, nach Deutschland zu telefonieren, ist nicht teuer)
- 2 Kaffeebecher
- 2 Gläser
- 1 Rolle Toilettenpapier
- 2 kleinere Alutöpfe (wenn nicht mitgebracht, im Haushaltswarengeschäft der schwarzen Bevölkerung)
- einige Plastikdosen zum Verschließen
- Salz im Streuer
 Lebensmittel führen wir nicht auf, jeder hat andere Ansprüche.
 
9. Die Reise beginnt
Der Nachtflug hat geschlaucht, aber die Sinne sind hellwach, auf Hochspannung. Wir landen in Johannisburg oder in Kapstadt am Vormittag, das verschafft uns Zeit zum Eingewöhnen. 
Innerlich sind wir bereits auf das Linksfahren eingestellt, haben es in Irland und England schon mit eigenem Auto bewältigt. Nun aber  werden wir einen Wagen fahren, dessen Lenkrad rechts ist, der rechte, nicht der linke Außenspiegel fordert unsere Aufmerksamkeit, die Kopfbewegung zum Rückspiegel geht nach links, nicht wie gewohnt nach rechts. Der Schalthebel liegt natürlich links vom Sitz, die Gänge zum Glück in geübter Richtung. Dort, wo der Blinker betätigt wird, geht jetzt der Scheibenwischer an und anders herum. Die Füße behalten ihre geübten Aufgaben, Gott sei Dank! –
Wir haben also die Gepäckstücke am Arm, auf dem Rücken, evtl. auch auf der Brust, finden unseren Kontaktmann, er hält ein Schild in der Hand mit unserem Namen oder seiner Firma. - Erleichterung - Das Auto, meist weiß, ist fast neu und blitzsauber, unser fahrbares Haus mit ausgelagertem Schlafbereich. Die Formalitäten werden erledigt, die Gepäckstücke provisorisch verstaut.
Wir kennen den Weg zu unserem ersten Backpacker (Definition an anderer Stelle), für die erste Nacht haben wir uns über das Internet angemeldet, die Nerven wollen beruhigt sein. In Kapstadt lohnt sich bekanntlich ein mehrtägiger Aufenthalt (3-4 Tage), der Backpacker kann in der Stadt liegen. Aus Johannesburg heraus nehmen wir eine direkte Ausfahrtsstraße.  -  Jetzt aber los ...  "Mist, das war schon wieder der Scheibenwischer!" - "Ich suche immer rechts nach dem verflixten Hebel!" - "Jetzt wäre ich fast ..."  Das haben andere auch schon geschafft!
 
10. Von der Ordnung zwischen 1000 Taschen
Sie können sich vorstellen, dass Fragen wie: "Wo ist eigentlich...", "Gib doch mal eben..." zu Verzweiflungsaktionen führen können, man findet nämlich nichts schnell und sicher in seinen Rucksäcken und Reisetaschen. Eine ziemlich kleine Staufläche in einem PKW der unteren Preisklasse muss schon sorgfältig durchgeplant sein, um die Geduld des Suchers nicht über zu strapazieren. Folgendes Verfahren hat sich bei uns bewährt:
Wir klappen bei Übernahme des Autos am Flughafen beide Rücklehnen um bzw. hatten das Auto ohne Rücksitze geordert, um eine möglichst große Ladefläche zu haben. Die erste Fahrt führt uns sogleich zum Backpacker (Adressen um Johannisburg und Kapstadt im Anhang), bei dem wir uns zu Hause sicherheitshalber per Internet für die erste Nacht angemeldet haben.
Leider bieten die Backpacker in diesen Städten oft keine Campingmöglichkeit an. So nehmen wir als Erstes ein Doppelzimmer (double) zum Eingewöhnen und Durchatmen. Dort nutzen wir auch die Gelegenheit zur Neuordnung des Reisegepäcks.
Auf dem Weg zu diesem Backpacker werden wir wahrscheinlich einem Exemplar der Supermarktkette "Pick `n Pay" begegnen. Wir fragen sicherheitshalber den freundlichen Mitarbeiter unseres PKW-Verleihers danach. Wir erwerben neben einigen anderen nützlichen Dingen (siehe oben) mindestens sechs sogenannte "greenbags". Dies sind äußerst praktische Tragetaschen für ca. 1Euro, an der Kasse erhältlich. Sie sind Grundlage unseres Sortier- und Transportsystems im Auto. Dorthinein sortieren wir unser Hab und Gut.
Die unterste Schicht auf den Ladefläche bilden die leeren flachen Reisetaschen und die Rucksäcke. Wir werden sie wohl erst ganz am Ende unserer Reise wieder gebrauchen, zur Rückreise nämlich. Der kleine Wanderrucksack bleibt erreichbar. Einer reicht für Tageswanderungen für zwei Leute aus. Nun wird die Ladefläche mit Camping-Großmaterial (bildet einen großen Berg), Kühltasche (auf dem ersten Einkauf erworben, enthält Verderbliches und Eis) und den Greenbags zugestellt. Das passt! Vorteil dieser Ordnung ist, dass man z.B. "die Küche" an zwei Henkeln mal eben heraustragen kann und dass man genau weiß, wo die kleinen Dinge zu finden sind.
So ordneten wir:
·  Utensilien Körperpflege, Medikamente
· Handtücher, Waschlappen, Trockentücher, Putzlappen
· Kleidung
· Küche Non-Food
· Lebensmittel nichtverderblich
· Schmutzwäsche
· Lesen, Foto, Informationsmaterial, Schreibsachen
· Kram anderer Art
· leere Tasche für Einkäufe u.A.
 
11. Über Campingplätze
Diese sind zu unserer Reisezeit gähnend leer und oft herrlich gelegen. Im „Loose“ sind einige erwähnt. Man frage auch bei der Touristeninformation eines Ortes nach. Oft gehört zu einem "Resort" auch ein Campingplatz. Kommunale Campingplätze sind meist billiger und oft nicht schlechter.
Immer ist reichlich heißes Duschwasser vorhanden. Meist gibt es auch Badewannen. Welch eine Freude für den, der es mag! (variablen Stöpsel mitbringen, er fehlt oft). Die Toiletten fanden wir immer sauber, natürlich mit Papier! Oft gibt es eine Gemeinschaftsküche mit Herdplatten und Kühlschrank, selten eine Gefriermöglichkeit. Da die Südafrikaner offenbar für ihr Leben gern grillen („Braai“ machen), sind Grillvorrichtungen vorhanden. Holz kann meist an Ort und Stelle erworben werden. Über der Glut wird dann gegrillt. Platz hat man so reichlich, dass man sich gern in die Nähe von anderen Zeltern stellt.
Ein Buschcamp ist sehr einfach gehalten, oft ohne Strom. Dann hat man vorher alles für ein gediegenes selbstbereitetes Camping-Abendessen eingekauft und genießt die Natur.
Die Preise rechnen sich pro Person und liegen zwischen 30 Rand und 60 Rand pro Nacht. Auch im teuren Krüger NP ist die Campinggebühr in diesem Rahmen.
Campingplätze sind immer gut bewacht. Sicherheitspersonal läuft auch nachts, z.T. bewaffnet, umher. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig, wenn einem beim nächtlichen Toilettengang diese Leute über den Weg laufen, aber es ist gut, sich sicher fühlen zu können. Man wähle den Stellplatz für die Nacht nicht am Rand des Geländes, wo der Zugriff von außen leicht möglich ist.
 
12. Das Schlafgemach, sprich Zelt
Das soll sein:
-  ein geringes Gewicht,
-  gut belüftbar in alle Richtungen,
-  leichter und schneller Aufbau,
-  Regen- und Windsicherheit,
-  akzeptable Stand- und Einstiegshöhe,
-  eine kleine Apsis, viel Stauraum ist nicht nötig, da es nur zum Schlafen verwendet wird.
-  dicht verschließbares Innenzelt gegen Insekten.
 
Man braucht gar nicht tief in die Tasche zu greifen! Aus Erfahrung gelernt erwarben wir für unsere zweite Fahrt ein Zelt mit einem höheren Innenraum, so dass man im Stand die Beine strecken kann, und der Ein- und Ausstieg geht mit einem fast mühelosen Schritt zur Seite. Es hat einen Ausgang vorn und hinten zur guten Durchlüftung. Seine Innenmaße sind 210cmx220cm, die Standhöhe in der Mitte beträgt 125cm.                          .
Wie kauften ein billiges Zelt (60€) in der Form eines Iglu bei Decathlon, nähten noch ein paar zusätzliche Abspannmöglichkeiten dran und waren damit gut zufrieden. Am besten, man sieht sein Zelt aufgebaut stehen und stellt sich vor, wie ein Sturm an allen Seiten herumzerrt. Die flexiblen gebogenen Stangen eines Iglu halten viel aus!
Ein besonderes Erlebnis ist es, wenn nachts das Gewitter losbricht, man glaubt, der Regen kann jetzt nicht  mehr stärker werden! Doch, er kann. Die Zeltwand biegt sich auf das Gesicht herunter und richtet sich wieder auf in einer Sturmbö. Das ist kostenloser „Thrill“! Man spanne das Zelt immer gut ab. Immer!
Eine gemütliche Mulde als Aufbauplatz ist nicht geeignet, dort bleibt das Wasser stehen! Die Stelle sollte gerade und waagerecht sein, nicht abfallend oder buckelig. Man will komfortabel schlafen. Steinchen oder dornige Dinge werden entfernt. Ein Schattenplatz ist nicht übel, aber für den Essplatz wichtiger als für das Zelt. Man ist nur darin bei Nacht. Ein Zelt kühlt schnell aus, wenn die Sonne verschwunden ist. Das Innenzelt bleibt immer geschlossen! Man will keine Ekelüberraschungen!
Es kann passieren, dass nachts beim Auf und Zu des Pippigangs eine Mücke mit hineinkommt. Wir leuchten dann den Innenraum kurz ab und töten sie. Wenn wir abends draußen schon von Mücken belästigt worden sind, ist damit zu rechnen, dass sie an dem Gitter des Innenzelts auf uns warten, denn sie riechen uns. Dann richten wir kurz bevor wir aus dem Zelt kommen einen kurzen Spraystoß mit Insektengift ins Vorzelt. Wie erlebten die Mücken nicht häufiger als zu Hause. Nur besteht leider Malariagefahr in manchen Gegenden.
Ins Zelt nehmen wir immer zusätzlich zu den Bettsachen mit:
In der Schüssel Lesestoff, Brille, Kopflampe, Taschenlampe, Toilettenpapier, Körperlotion, Peacefull Sleep (Mückenabwehrmittel), Insektengift, Ohrenstopfen, Badeschlappen, Streichhölzer und das Windlicht (Beschreibung später). Die Schüssel und die Badeschlappen bleiben im Vorzelt, die anderen Dinge liegen gut tastbar am Kopfbereich. Die Kleidung ist im Innenzelt. Die richtigen Schuhe sind im Auto vor Kriechgetier geschützt besser aufgehoben.
Praktisch ist es, wenn die flexiblen Stangen, die dem Zelt die Form geben, im Innenzelt befestigt sind, so dass das Innenzelt allein stehen kann (siehe Abbildung). In warmen Nächten kann man dann ohne Außenhülle unter dem Sternenzelt schlafen, luftig wie im Freien.
Super! Das machten wir drei mal. Jedes Mal setzte mitten in der Nacht ein Stürmchen ein, das ein Unwetter ankündigte. Wir: Raus aus dem Zelt und im Dunkeln das Überzelt darüber gezerrt und auch noch mit Extra- Heringen im steinharten Boden verankert. Wir schafften es jedes Mal gerade noch vor dem Wolkenbruch.
 
 
13. Wie man sich bettet...
Die beiden sich selbst aufblasenden Isomatten liegen in der Zeltmitte im Abstand von ca 10 cm  nebeneinander. Darauf, beide Matratzen überdeckend, wird das große Biberbettuch gebreitet, als wär’s ein Doppelbett. Weich und kuschelig. Darauf liegen wir. Jeder hat in seine Matratze soviel Luft eingeblasen, wie es komfortabel ist. Der Schlafsack ist auseinander gezippt. Jeder hat auf diese Weise seine eigene Zudecke. Meist genügt dies. Selten ist die Nacht so kühl, dass jeder sich in seinen eigenen Schlafsack einrollt und den Reißverschluss schließt. Oft braucht man nachts nur einen mehr oder weniger großen Zipfel zum Zudecken. Variabel ist auch der Schlafanzug.
Im Zelt liegen immer an derselben Stelle und somit blind griffbereit: Taschenlampe, Peaceful Sleep, Insektenspray, Klopapier, Stirnlampe, Buch, Brille. Im Vorzelt für übermäßige Regenfälle die kleine Handschaufel zum Gräben ziehen, die weiche Bürste zum Ausfegen des Zeltes, Schüssel für alle Fälle, Badeschlappen zum schnellen Austreten (keine hohen Schuhe, weil sich darin giftiges Kriechgetier verstecken könnte).
 
14. Die perfekte Beleuchtung
Man besorge sich eine große Cola-Flasche aus Plastik (Müll) und schneide sie so auf, dass der Flaschenhals umgedreht in den unteren Flaschenteil passt und nicht wackelt. In die untere Hälfte kommt nun einige Zentimeter hoch Sand oder kleine Steinchen. Dies ist der Standfuß des Windlichts. Eine Haushaltskerze (s.o.) wird halbiert und passt genau von innen in den Flaschenhals im umgedrehten oberen Flaschenteil. Der Flaschenhals mit der Kerze wird nun in den Standfuß gesteckt. Fertig. –
Diese überaus praktische Erfindung haben wir von einem jungen zeltenden Paar im Tsitsikamma-Nationalpark dankbar übernommen.
Die Zeltlampe steht im Vorzelt, Streichhölzer liegen bereit. Beim Betreten des Zeltes am Abend brennt sie bis es heißt: “Licht aus?“ – „Licht aus.“ – „Wer?“ – „Du bist dran.“
 
15. Die Backpacker - Kultur
So etwas gibt es unseres Wissens nach nirgends in Europa. In der Nähe jeder touristisch attraktiven  Stelle gibt es mindestens einen "Backpacker. Die ist ein Haus, oft mit größerem Grundstück, mit Doppelzimmern, Mehrbettzimmern (dorms) und meist der Möglichkeit zu zelten. Dem Zelter zur Verfügung stehen Dusche und WC im Haus und außerdem auch eine Küche mehr oder weniger gut sortiert, Herd,  Kühlschrank, Tiefkühlmöglichkeit und anderes mehr. Weitere Einrichtungen sind eine Aufenthaltsraum einem Wohnzimmer ähnlich, oft Zeitschriften und die Möglichkeit, das eigene Buch gegen ein anderes zu tauschen (swap a book), ein Grillplatz, ein sicherer Stellplatz für das Auto, ...  Die Sauberkeit ist meist akzeptabel, die Möbel oft etwas abgewohnt.
Man stelle sich vor, dort fallen täglich junge Menschen ein aus aller Herren Länder, kochen sich `was, setzen sich ganz selbstverständlich zu einander und tauschen Erlebnisse, Tipps, Begeisterung, Gelächter aus. Wir sind dort meist mit Abstand die Ältesten. Na und?!
Die jungen Leute kommen meist ohne Auto. Sie reisen mit dem „Baz Bus“, den großen Rucksack auf dem Rücken. Daher der Name "Backpacker". Bei genauerer Betrachtung ist diese Art zu reisen in Südafrika nicht die kostengünstigste, denn zu den Buspreisen addieren sich die Transporte und Aktivitäten am Ort. Für paarweise Reisende ist der Leihwagen die flexiblere und nicht teurere Methode.
Es liegen Informationen zu Hauf aus, auf jeden Fall das kleine Buch "Coast to Coast", die Backpacker-Bibel. Man nehme ein Exemplar davon an sich, gleich im ersten Backpacker. Es ist kostenlos und beschreibt alle Backpacker-Unterkünfte in Südafrika und benachbarten Ländern, auch in Lesotho und Swasiland.
Das Auto haben wir auf dem Gelände abgestellt, es ist bewacht und in Sicherheit. Wir schauen uns um, melden uns an, lassen uns herumführen, bauen das Zelt schon mal auf, bedienen uns am Pulverkaffee oder Tee und lassen uns erst mal nieder. Aha, schon wieder ist alles anders, als wir es uns vorgestellt haben!
Die Leiter der Backpacker haben wir kennen gelernt als erfahrene weltoffene Menschen. Oft ist das Haus ein Abbild ihrer Persönlichkeit. Es begegneten uns phantasievolle oft künstlerische Gestaltungen von Zimmern und Wänden, ein ökologisches oder/und soziales Engagement, außergewöhnliche Angebote von "homecooked meals", selbstgekochten Gerichten,...
Jedenfalls eröffnen diese Unterkünfte die Möglichkeit, billig zu wohnen und sich selbst zu versorgen. Camping kostet pro Person ca. 40 Rand (5 Euro) für eine Nacht.
Verblüffend immer wieder: Jeder Backpacker ist ganz anders.
 
16. Die Nachtruhe – ein Ohrenschmaus
Nachts im Zelt, da kann  man `was erleben! 
-   „Kann das ein Frosch sein?“ – „Nein, da ist irgendwo eine Pumpe kaputt.“– Es war doch ein  Frosch!
-   „Oing, oing, ...“ Wie Riesentropfen, die einzeln ins Wasser fallen. Was ist das? – Auch Frösche, ganz kleine.
-   Rattern, quietschen, husten, klingeln, sägen, ... All dies tun Vögel, mit Vorliebe in den frühen Morgenstunden. Oft hat es uns nicht mehr im Zelt gehalten. Raus, mit Fernglas, wer zum Kuckuck macht dieses verblüffende Geräusch?
-  In einem Buschcamp zu zelten, z.B. im Balule-Camp im südlichen Krügerpark, bietet Nachtgeräusche von großen Tieren. Wir hörten Löwen, Nilpferde, Hyänen, Elefanten.
-  Ein aberwitziges Nachterlebnis hatten wir in St. Lucia auf dem Zeltplatz „Sugar Loaf“. Unser Zelt stand nah am stark befestigten Zaun, der an den Naturpark grenzt. Dort gibt es Nilpferde, von denen man ja weiß, dass sie sich nachts an Land auf die Socken machen, viele Kilometer laufen, um zu fressen. Mitten in der Nacht hörten wir einen monoton sich in gleichen Zeitabständen wiederholenden Piepton. Minutenlang. Der erste Gedanke: Ein Vogel. Nein, nicht so regelmäßig, und es hört nicht auf! Du hast doch diese weißen Metallpfosten draußen gesehen. Das muss das Sicherheitssystem sein, es hat angeschlagen! Böse Menschen oder große Tiere, die versucht haben, nachts durch den Zaun zu kommen. Wir lukten aus dem Zelt. Ein Wachhabender ging langsam und aufmerksam um sich schauend am Zelt vorbei, das Gewehr geschultert. Die Phantasie schlug Purzelbäume. Schließlich hörte das Piepen auf. Am nächsten Tag fragten wir das Personal. – Es war nichts los in der vergangenen Nacht, solche Geräusche machen Käfer, das kennt man. Wir haben später anderswo dieses gleichmäßige Piepen wiedergehört, wir hätten die Antwort sonst als Beschwichtigung gewertet. – Es war ein Käfer.
- Und noch eine bleibende Erinnerung für die Ohren. Im Marloth-Park, der im Süden an den Krüger NP angrenzt, liegt ein Backpacker direkt am Grenzzaun. Abends setzte sich die Chefin zu uns und erzählte von ihrem Wunsch, in dieses wunderbare Land auszuwandern, sie kam aus Holland und lebte mit ihrer Familie seit einigen Jahren in Südafrika. Wir tranken Rotwein unter dem Sternenhimmel, ab und zu das Schnauben eines Nilpferds aus dem Park, Hyänengebrüll. Die Dame kannte sich aus und zeigte auch noch Sternbilder am prächtigen Nachthimmel. Eine Fackel wies uns den Weg zum Zelt. - Nachts hörte ich ein lautes Schnauben, mehrere hintereinander. Ich dachte: Nilpferde, drehte mich auf die andere Seite und hatte eine ruhige Nacht. Mein Mann erzählte am nächsten Morgen: „Frau, was kannst du gut schlafen!!  Ich saß stundenlang im Bett senkrecht und dachte, ein Löwe steht neben dem Zelt! Wie kannst du da schlafen?! Ich dachte, der ist irgendwie unter dem Zaun her und ist hier ganz in der Nähe!“ – Was wir beim Frühstück erfuhren: Die Wirtsleute hatten das Gebrüll auch so laut gehört, dass sie in der Nacht mit ihrem Geländewagen den Zaun abgefahren waren, um zu überprüfen, ob dieser brüllende Löwe, es war nämlich ein Löwe und kein Nilpferd, nicht diesseits des Zauns wäre. Puh!
 
17. Campingküche und Luxusbuffet
Wenn erreichbar, kann man gut und günstig die Malzeiten in Restaurants zu sich nehmen. In den großen Safariparks ist das Angebot gut und selbst im Krüger NP nicht teuer. Wir ziehen es aber vor, unser Frühstück am Zelt selbst zu bereiten. Mittags gibt es etwas aus der Hand und auf das Abendessen im besten Restaurant am Platz freuen wir uns dann schon. Ein Nebeneffekt dieser Ernährung ist an anderer Stelle beschrieben. Für diese Selbstversorgerzwecke haben wir einiges auf Vorrat. Lebensmittel zu kühlen ist beim Backpacker kein Problem, dort gibt es Kühlschrank und Gefriergerät. In allen Supermärkten gibt es große Beutel mit Eiswürfeln zu kaufen (6-8 Rand), die man in die Kühlbox legt. Am Ende schwimmt alles darin. Wurst und Käse sind deshalb dicht zu verpacken.
Manchmal ist kein Restaurant in erreichbarer Nähe, dann wird ausnahmsweise auch selbst gekocht auf einer Flamme, schließlich haben wir 2 Töpfe und eine Pfanne für diese Zwecke mitgebracht. Freunde des Müsli haben keine Probleme mit der Campingverpflegung. Zerealien und H- Milch sind gut im warmen PKW zu lagern, und Obst gibt es fast an jeder Straßenecke zu kaufen. Unser Frühstück bestand aus Nescafe, Brot, Rührei mit Zwiebeln, Tomaten, manchmal Leberwurst oder Aufschnitt.
Der 5-Liter-Wasserkanister stellte leckeres Trink- und Kochwasser sicher, wenn das Leitungswasser mal nicht schmeckte. Wo es aber lecker war, füllten wir den Kanister wieder auf. Wir haben immer und überall das Wasser aus der Wasserleitung getrunken und alles gegessen, auch Äpfel ungeschält und Salat. Niemals gab es Verdauungsprobleme.
Besonders sensationell sind für uns Low-Budget-Reisende die Buffetangebote in den Lodges. Irgendwann haben wir herausgefunden, dass es erstaunlich günstig ist, sich zum Abendbuffet in einer Luxuslodge einzubuchen. Ein bisschen in Schale geworfen kehren wir dann gern schon am späten Nachmittag dort ein, trinken Kaffee, bestaunen die Anlage, nehmen vielleicht im Pool ein Bad, beobachten die Golfer, ein Aperitif darf es auch sein und speisen schließlich fürstlich für 8 bis maximal 15 €.
 
18. Monkey-Business oder die Plage mit den Affen
Seien Sie auf der Hut! An Rastplätzen, auf Campingplätzen sind sie so gut wie immer da und warten auf die Unachtsamkeit der Gäste.
Es kommt einem vor, als wollten diese intelligenten Tiere ihre Artverwandten, uns Menschen,  erst einmal in Sicherheit wiegen, indem sie sich zunächst nicht zu erkennen geben. Dann aber, wenn man sich eingerichtet hat und erst einmal einen Platzrundgang macht, versuchen sie ihr Glück.
Wenn es nach Futter riecht, öffnen sie Kühlboxen und Zelte (Reißverschlüsse evtl. mit Sicherheitsnadeln sichern), machen alle Plastikdosen und Tüten auf... Man erspare sich dieses Erlebnis! Die Tiere können nichts dafür. Zuweilen scheuen sich die Affen nicht, Lebensmittel in Anwesenheit von Menschen direkt vom Tisch zu schnappen. Gehört haben wir, dass Kindern Lebensmittel aus der Hand gerissen werden oder eine Horde in ein Auto eindringt, wenn die Möglichkeit besteht und das Futter lockt.
Mit den Armen zu fuchteln oder zu schimpfen stört sie nicht weiter. Wirkungsvoller ist es, einen Stock oder Schuh oder Stein oder noch besser eine Gummischleuder in die Hand zu nehmen und diese ihnen deutlich zu zeigen. – Wie fragten uns schon nach dem Bedarf der so häufig auf Touri-Märkten angebotenen Gummischleudern. Aha! – Man lässt also Kühltasche und alle Lebensmittel im geschlossenen Auto. Die Affen lernen schnell, wer auf sein Essbares für sie unerreichbar aufpasst und wer zu  Unvorsichtigkeiten neigt..
In allen Naturparks wird eindringlich davor gewarnt, mit Affen kooperativ umzugehen. Schilder weisen zuweilen darauf hin, dass der Tourist den Abschuss fördert, wenn er füttert und somit die Tiere unerträglich aufdringlich werden.
Bei Backpackern hatten wir übrigens kein einziges Affenerlebnis. Die Lebensmittel sind in der Küche in Sicherheit.
Wenn Anderen etwas passiert, ist Schadenfreude im Spiel. Sie hätten ja besser aufpassen können, und der Schaden ist meist nicht so groß. Passiert es einem aber selbst, kann man sich vor Wut kaum halten. Selbst Schuld! Es ist niedlich zu beobachten, wie die erbeutete Chipstüte in die oberste Spitze eines Baumes geschleppt wird, dort geöffnet wird und die ganze Familie unter dem Baum nach und nach durch die herunterfallenden Krümel nebenher beglückt wird.
 
19. Donner-Wetter!
Wechselhaft und somit auch wenig vorhersehbar, dabei aber von angenehmer Grundtemperatur. So erlebten wir das Wetter zwischen Oktober und Dezember.
Abends ein unvergesslicher Sternenhimmel, morgens tief verhangen, zwei Stunden später leicht bewölkt, nachmittags ein Gewitter,... Zuverlässig erschien uns nur die Gewissheit, dass es unzuverlässig ist und Regen oder Niesel nicht von Dauer sind. Die trocknende Sonne kam immer rechtzeitig. In der Karoo fast immer pralle Sonne, in den unvergleichlichen Drakensbergen  der tägliche Regenschauer. Wenn es schüttete, sagten wir uns: „Das braucht das Land!“ und warteten ab. Nie brauchten wir lange auf die nächste Sonne zu warten.
Eines unserer eindrucksvollsten Erlebnisse war eines im Regen: Auf dem Rückweg von einer Wanderung in den südlichen Drakensbergen sahen wir es kommen, es begann zu tröpfeln. Wir legten die Regenhaut an und wollten gerade schneller ausschreiten, da sahen wir keine 50m vor uns eine Herde der mächtigen Eland-Antilopen, mindesten 40 Tiere mit riesigen Männchen und auch Jungtieren auf dem Hang stehen, den wir gerade durchschreiten wollten. Stopp! Sie wurden schon unruhig, spürten fremde Nähe. Der Anblick für uns eine Sensation. Also, entweder ausschreiten und die Tiere verjagen, oder sich durchweichen lassen. Wir suchten uns einen Stein aus, hockten uns darauf, das Regencape über uns, die Schuhe versuchsweise darunter versteckt. Da saßen wir. Glücklich beim Anblick der friedlich grasenden Tiere, tropfnass, es goss inzwischen wie aus Eimern. Nach 45 Minuten zogen sie weiter, wir auch. Am Zeltplatz kippten wir den Schlamm aus den triefendnassen Wanderschuhen. Am nächsten Morgen waren sie trocken!
 
20. Wo es uns besonders gut gefallen hat
Da wir durch das Zelten so ungemein flexibel in der Wahl der Reiseroute und der Reiseziele waren, haben wir insgesamt auf unseren beiden langen Reisen  53 Plätze in Südafrika erlebt. Wir haben die Orte erst verlassen, wenn unsere Neugier gestillt, die Wanderwünsche erfüllt waren. Hier nun die Highlights:
 
Marloth Park
Ein Naturpark nahe dem Malelane-Gate, einem südlichen Tor zum Krüger Nationalpark.In ihm stehen Wohnhäuser, auch ein Backpacker. Es gibt keine Zäune und keine Gärten, sondern Buschland und dazwischen Wildtiere wie Antilopen und Giraffen. Diese stehen und grasen im wahrsten Sinne des Wortes vor der Haustür. Der Backpacker liegt  direkt neben dem Krüger-NP, welcher mit seiner Südgrenze, dem Crocodile-River und seinem Grenzzaun, dort angrenzt. Ein Hochstand ermöglicht Einsicht in den Krüger und auf den Fluss. Wir sahen gleich nach unserer Ankunft am Nachmittag mehrere Elefantenfamilien, und ein Rhino. Die Nacht ist ganz und gar "menschenstill" und dunkel! Wir hörten Hyänen, Löwen, Nilpferde aus dem nahen Krüger-Park.
 
Hluhluwe-Umfolozi Tierschutzgebiet und Isinkwe Backpacker
Dieser Backpacker hat uns atmosphärisch und auch durch seine Ausstattung besonders gefallen. Von dort aus besuchten wir den Hluhluwe-Park (Aussprache etwa: Schluschluwi), wo wir außerordentlich viele Tiere gesehen haben. Dies hörten wir auch immer wieder von anderen Reisenden.
 
Port St. Johns
Der Ort liegt an der Wildcoast in einem ehemaligen Homeland. Berauschend schön sind seine Badestrände an der s.g. „second-beach“ und „third-beach“. Urwald reicht bis ans Ufer. Ein kommunaler Campingplatz liegt sehr strandnah an der „second-beach“ und gleichzeitig am Flussufer. Die Zufahrtsstraße ist asphaltiert und in gutem Zustand.
 
Drakensberge, Royal Natal Nationalpark
Die Drakensberge, die im Osten von Lesotho angrenzen, beeindrucken wohl jeden, der aus dem Tiefland auf sie zu fährt. „Schöner geht`s jetzt nicht mehr!“ sagten wir uns hier öfter. Es gibt einen Campingplatz innerhalb der  Parkgrenzen in der Nähe des Visitorcenters ganz oben. Auch dieser "gehörte" uns fast ganz allein. Die Perlhühner fraßen uns aus der Hand. Hier beginnen die Wanderungen ins Gebirge. Die Landschaft ist derart beeindruckend, dass wohl jeder, der gehen kann, dies hier auch tun wird. Zum Platz gehört ein "Riverpool". Kaskaden aus einem kleinen Fluss speisen ihn mit erstaunlich warmem Wasser. Auf Wanderungen sollte man Regenschutz mitnehmen. Eine solche grüne Pracht braucht öfter mal das Wasser von oben, und wir sind am Beginn der Regenzeit! Auf dem Weg dorthin, ca 5 km vor dem Park, kommt man an einer noblen Lodge vorbei, deren Namen wir leider nicht mehr wissen.  Dort einzukehren zum Kaffee oder zum aufwendigen Abendbuffet machte uns ganz besondere Freude und krönten unseren Aufenthalt. Kommen Sie im Hellen, nehmen Sie sich Zeit.
 
Blyde-River-Canyon - Forever Resort Swadini
Nicht oben, wo die Touristenbusse brummen, sondern am Fuße des Canyons liegt das Resort mit einem ausgedehnten Campingplatz. Man kann von hier aus den Blyde River Canyon in Tagestouren von oben besichtigen, wenn es denn sein soll.
Das weitläufige Gelände des Platzes war zu unserer Zeit, Mitte November, fast ohne Gäste. Grüne Rasenflächen unter breiten Baumwipfeln boten die freie Auswahl. Zu den Einrichtungen gehören ein ausgedehntes Schwimmbecken, in dem am frühen Morgen die Frösche baden und, was wir an keinem anderem Platz erlebten, ein Warmwasserbecken (35 Grad Badewannentemperatur) nicht etwa in Whirlpoolgröße, sondern von erstaunlichen Ausmaßen. Das Resort liegt in einem Schutzgebiet, so dass Antilopen ungeniert vor dem Zelt auftauchen können. Ein paar Kilometer außerhalb des Parks an der Zufahrtstraße liegt ein Juwel, die „Blyde-River-Canyon-Lodge“, eine kleine Lodge mit großer Afrika-Atmosphäre, bis ins kleinste Detail wunderschön ausgestaltet, familiäre Gastlichkeit, Naturnähe, uralte Bäume, Froschkonzert, Zebras, Gnus vor der Terrasse, angenehme Ansprache, eine traumhafte afrikanische Landschaftskulisse. Wenn Sie uns in vielen Aspekten dieses Buches Glauben schenken, so besuchen Sie auch diese Lodge! Wir waren mehrmals zum sehr gut gekochten Abendessen dort, hätten auch gern dort gewohnt, aber...
 
Tsitsikamma Nationalpark
Plätze für die Zelte liegen direkt am Ufer neben der tosenden Brandung auf einem Rasenstreifen (siehe Foto). Eine Kolonie von Klippschliefern flitzte am Steinufer umher. Wir beobachteten während unseres mehrtägigen Aufenthaltes die bedauernswerten Busreisenden, denen gerade einmal ein paar Stunden Zeit vergönnt war, die atemberaubenden Eindrücke zu genießen. Ein Freund in Deutschland, der solch eine 3-wöchige Hetz-Tour zu Südafrikas Attraktionen miterlebt hatte, schwärmte vor unserer Reise gerade vom Tsitsikamma Nationalpark und träumte, dort viel Zeit haben zu können. Der berühmte Ottertrail, ein mehrtägiger Wanderweg die Küste entlang, beginnt hier. Für unsere Knie war er leider nicht machbar!
 
Nieu-Bethesda
Dieser abgeschiedene Ort liegt in der Halbwüste Karoo nicht weit von Graaff-Reinet. Die Zufahrt über 35 km ruppige Dirtroad erfordert Geduld mit einem kleinen Auto, ist aber unproblematisch. Belohnt wird man mit einem ganz besonderen Eindruck von Einsamkeit und Sonnenwärme. Im Garten des Backpackers kann man zelten, Touristen sind um diese Zeit nicht da, nur die einheimischen Künstler. Die winzigen Restaurants kochten extra für uns.
 
Maleialeia-Lodge in Lesotho
In Lesotho gehen die Uhren anders, die Menschen leben traditionell, man ist in einer anderen Welt. Diese Lodge ist über eine asphaltierte Straße leicht zu erreichen und trotzdem hat man dieses Gefühl von „land`s-end“. Tatsächlich blickt man von der Lodge aus auf ein nicht zu enden scheinendes Bergpanorama. Dort hinein kann man mit Führer eine mehrtägige Wanderung zur Semonkong-Lodge machen. Allein die Vorstellung davon weckt Kribbelgefühle. Wir wagten uns als Ungeübte für ein paar Stunden auf den Rücken eines Pferdes und waren begeistert.
 
Semonkong-Lodge in Lesotho
Nach 66 steinigen Kilometern, ins Innere des Hochlandes von Lesotho, bis die Piste aufhört. Land`s End. Eine Symphonie in Grün. Wieder einige Stunden auf dem Pferderücken die Berghänge hinauf und hinunter. Eine Wanderung mit Hundebegleitung zum Wasserfall. Diese Gefühle sind einige Tage wert!
 
Milwane Royal National Park in Swasiland mit Sondzela Backpacker
Wildtiere hautnah. Der Backpacker nennt sich „Rolls Royce unter den Backpackern“. Wir finden, das stimmt. Er liegt im Nationalpark. Man geht durch ein Gartentor und bewegt sich in Zebras, Antilopen, Warzenschweinen,... Das Restaurant im Hauptcamp liegt sehr idyllisch an einem See mit Ibissen, Kranichen, Krokodilen und Nilpferden.
 
Hlane Royal National Park in Swasiland
Hier hat alles viel Zeit. Die Dickhäuter latschen zum Wasserloch, das geschickt nah am Camp liegt, getrennt davon nur durch einen dünnen Draht (unter Strom). Man hat nicht das Gefühl wie im Krüger, nur Betrachter aus großer Distanz zu sein. Ab 18 Uhr darf der Park nicht mehr verlassen werden. Deshalb ist ein sehr gutes Restaurant nur tagsüber zu erreichen. Wir schlagen das Mittagsbuffet im Simunye Country-Club vor, 5 km entfernt.
 
Malolotja Nature Reserve in Swasiland
Im Norden des Landes liegt „eines der schönsten Wanderreviere des südlichen Afrika“. So heißt es im „Loose“. Wir bestätigen dies. Mit etwas Glück hatten wir bestes Sonnenwetter. Dann reißt es einen von den Socken. So weiter Blick über grüne Berge und tiefe Schluchten, menschenleer! Auch hier begegneten uns viele Wildtiere auf unseren Wanderungen. Unsere Gänge waren jeweils nur einige Stunden weit und wir kehrten immer zum Zelt zurück. Möglich ist es aber auch, mit Sack und Pack, also als richtige Backpacker in die Wildnis zu gehen, in der Natur zu übernachten, mehrere Tage weiter zu wandern. Irgendwann kommt man zu einem Fluss, wo auch Elefanten leben. Eine faszinierende Vorstellung.
 
Buschcamp z.B. Balule im Krüger Nationalpark
Ein Buschcamp ist ein Zeltplatz inmitten eines Naturparks. Die wilden Tiere kommen entweder nah an das Camp oder direkt vor die Zelttür. Nächtliche Beleuchtung und störende Geräusche fehlen. Die Plätze sind einfach ausgestattet. Dafür aber gibt es in der Dunkelheit den ultimativen Sternenhimmel des Südens und faszinierende Tierstimmen.
Im Balule-Camp gibt es große Tiefkühltruhen und Gaskocher für die Küche. Da die Tore früh schließen, ist Selberkochen angesagt.
 
Und außerdem hat uns besonders gut gefallen:
Das Walegucken in Hermanus,
Das Muschelsammeln in Cintsa,
Die Sanipass-Tour (versuchen Sie es auf keinen Fall mit dem PKW!)
Die 400 Elefanten im Addo-Elefant-Park
Die Glasbläserei unweit von Mbabane in Swasiland
 
21. Orte unserer Reisen in Südafrika
 
Drei Monate 2003/2004:
Kapstadt und Kap-Halbinsel
Hermanus
Wilderness
Oudtshoorn, Swartberg Pass und Seweweekspoort
Nieu-Bethesda
Mountain Zebra Nationalpark NP
Addo Elephant NP
Tsitsikamma Coastal NP
Storms River
Jeffrey’s Bay
Cintsa
St. Lucia und Wetlandpark
Cape Vidal
Sodwana Bay
Manguzi
Kosi Bay Nature Reserve
Ponto d’Ouro (Mosambik)
Hluhluwi NP
Isinque (Backpacker)
Itala Game Reserve
Royal Natal NP
Champagne Castle
Loteni Nature Reserve
Highmoor State Forest
Sani Pass
Bushman’s Neck
Port St. Johns
Whole in the Wal
Coffee Bay
Hogsback
Maleialeia Lodge ( Lesotho)
Semonkong Lodge (Lesotho)
Tsehlanyane NP (Lesotho)
Clarens
Sun City
Pilanesberg NP
Revel Inn (Backpacker)
Sieben Wochen 2006:
Nelspruit
Marloth Park
Maputo (Mosambik)
Tofo Beach bei Inhambane (Mosambik)
Komatipoort
Krüger NP (Lower Sabie)
Hazyview
Sabie
Graskop
Swadini (Forever Resort)
Phalaborwa
Krüger (Balule Bush Camp)
Sobantu Guest Farm (Swasiland)
Mbabane (Swasiland)
Sondzela und Mlilwane Park (Swasiland)
Hlane NP (Swasiland)
Mkuzi Game Reserve
Badplaas
 
Diese Liste soll zeigen, wo wir nicht waren und darüber deshalb im vorigen Kapitel nicht schwärmen konnten.
 
22. Was kostet das Vergnügen?
Ein Flug kostet zwischen 700€ und 1000€.
Pro Tag und für 2 Personen sind zu veranschlagen:
Automiete                                                                                  20,00 €
Sprit für 100km (wir sind nicht auf der Flucht) bei
knapp7l auf 100km und einem Preis von 75Cent pro Liter          5,00 €
Abendessen vom Feinsten incl. 1l Bier                                     30,00 €
Tagesverpflegung Selfcatering                                                 10,00 €
Übernachtung Camping                                                             10,00 €
Total                                                                                          75,00 €
 
Ein 4-wöchiger Aufenthalt kostet somit für 2 Personen 75x28+Flugpreis. Für eine Person ca. 1800 €.
Je länger der Aufenthalt ist, umso mehr lohnt sich der Flugpreis, das Auto wird eventuell billiger, je länger der Mietzeitraum ist.
Eintrittspreise in die Naturparks kommen dazu. Krüger, Tsitsikamma und Addo sind teuer, pro Tag 120 Rand – 15 € pro Person. Bleibt man in einem Camp im Park über Nacht, für 2 Personen ca. 13 €, kann man am nächsten Tag noch im Park bleiben, ohne den Tagespreis entrichten zu müssen. Die Verpflegungskosten in den Parks sind nicht übermäßig hoch. Die Eintrittspreise in andere Parks sind dagegen fast spottbillig. So zahlt man für den Mlilwane (Swasiland) einmalig für den gesamten Aufenthalt 25 Rand – 3,50 €.
                                                                                         
23. Nebenwirkungen
Darunter versteht man in herkömmlichem Sinn die unerwünschten Wirkungen, die man kalkuliert hinnimmt. Unsere wunderbare Reisen hatten Nebenwirkungen, die nicht kalkulierbar waren und uns positiv überraschten
 Dies waren:
-Eine bessere Beweglichkeit ohne Schmerzen in geschädigten Gelenken (Knie) stellte sich ein.
-Nackenverspannungen waren wie weggeblasen nach den ersten Tagen im Zelt. Gleichzeitig war der Kopfschmerz verschwunden und der Tinnitus leiser.
-Mein Mann schnarchte nachts nicht.
-Verschüttete Kenntnisse der englischen Sprache wurden wiedererweckt. Übrigens ist es sehr leicht, das Englisch der Südafrikaner zu verstehen, weil ihre Muttersprache Afrikaans ist und Englisch zwar allerseits gut geübt, aber sich nicht in umgangssprachlichen Redewendungen ergießt. Auch die Aussprache ist meist deutlich.
-Wir nahmen einige Kilos ab, und zwar mühelos. Es gab viel Besseres zu sehen und zu tun, als ständig nach Essbarem Ausschau zu halten. Was wir zu Hause nie schafften, war nach 2 Tagen selbstverständlich: Wir aßen nach der Regel „Morgens mäßig, mittags 2 Stück Obst, Tagesgetränke Wasser und Kaffee, Abends so viel wie es geht und was immer schmeckt, dazu Bier oder Wein.
 
Sicher können wir solche Nebenwirkungen nicht versprechen, aber man kann doch einige positive erwarten, unterscheidet sich doch diese Lebensweise fundamental von unserer im westlichen Europa. Und außerdem macht uns jede Art von Erfahrung nicht dümmer.
 
24. Einwände?
Sie müssen nachts zur Toilette? Wir auch. Sie brauchen Ihre ungestörte Nachtruhe? Das braucht man nur, wenn ein strammes Tagesprogramm zu absolvieren ist, was für uns „Mit-Zeit-Reisende“ nie der Fall ist. Wenn nachts der Regen prasselt oder das Nilpferd brüllt, die Vögel fremd anmutende Strophen singen, .., dann hört man eben zu und schläft etwas länger.
Manchmal aber lärmt der Straßenverkehr, die Alarmanlage irgendeines Autos, die Feier nebenan. Dann haben wir ja die Ohrenstopfen (siehe Packliste). Die Geräusche der Natur in der Nacht oder in der Dämmerung sind für uns ein ganz wesentlicher Genuss einer solchen Fahrt, den „Normalreisende“ nicht so selbstverständlich erleben.
 
25. Von der Lust an der Beschränkung
Wie gut, dass wir nicht reich sind! Würde man dann diese Vielfalt erleben, die uns durch diese billige Reisemethode täglich begegnet? Wohl kaum. Ansprüche an Luxus und Bequemlichkeit würden uns vielleicht einschränken. So aber ist jeder Weg ein Abenteuer, weil selbst gesucht, gefahren, gelaufen. Jede Begegnung ist spontan, weil nicht geführt oder von anderer Hand vorgeplant.
Und was ist Luxus ohne die Erfahrung von einfacher Lebensweise? Gerade diese Extreme nebeneinander erleben wir als äußerst anregend. Das einfache Zeltleben ist ja keine Qual. Es lässt uns immer wieder reflektieren, was wirklich notwendig oder doch verzichtbarer Ballast ist. Wie viel Wert sind uns die im europäischen Alltag als unbedingt nötig erachteten Dinge wirklich? Worauf kann ich persönlich leicht verzichten, worauf mein Partner? Welche Kleinigkeiten sind mir Luxus?
Wir haben es besonders genossen, abends zum Essen ein besonders gutes Restaurant aufzusuchen. Oft haben wir in uns hinein gekichert:“ Wenn die hier wüssten, wo wir schlafen!“ Unser Nest, unser Zelt unter dem Sternenhimmel einzutauschen gegen ein 5-Sterne-Luxus-Etablissement, wäre uns nie in den Sinn gekommen.
Wir fühlen uns erinnert an den Kontrast zwischen dem Leben der weißen Bevölkerung und dem der schwarzen. Hier die Villa auf riesigem Gartengelände, drei schwarze Dienstleistende full time beschäftigt bei der weißen Mittelschichtfamilie. Dort eben diese Dienstleistenden, würdevoll ihre Arbeit verrichtend, froh, welche zu haben, ein einfaches Leben führend, auf das Nötigste reduziert. In den Gesichtern spiegelt sich Lebenslust, Humor und Zufriedenheit. –
 
Immer wieder beobachtet man und versucht, die Maßstäbe zum Glücklichsein zu finden.
 
 
26. Anhang
Bücher, ergreifend oder zum Wimmern komisch
 
Stefanie Zweig:            Owurs Heimkehr. Erzählungen aus Afrika
Katy Payne:                 Stiller Donnerstag
Kobie Krüger:               Ich trage Afrika im Herzen
 
Ihre Gisela Plugge