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Xhosa Sprachkurse

 
Mit Xhosa direkt in die Herzen der Menschen – klick für klick
Acht Millionen Menschen des Landes sprechen Xhosa. Der Afrikaaner Pieter van Zyl entdeckte mit einem Sprachkurs die Tiefen seiner südafrikanischen Wurzeln.
 
Ob bei einem Stadtbummel, in den Geschäften, beim Fernsehen oder einfach auf dem Weg zu Freunden, immer wieder hörte ich in meiner Umgebung die für mich unverständlichen Xhosa-Klicklaute. Eine Sprache, in der sich acht Millionen Menschen meines Heimatlandes verständigen, blieb damit für mich verschlossen. In der Bildungspolitik entfachen immer wieder Diskussionen um die offizielle Ernennung einer weiteren afrikanischen Sprache zu einem Pfichtschulfach. Kritiker befürchten damit jedoch eine Vernachlässigung des Englischen. „Vor allem müssen wir fähig sein, mit dem Rest der Welt zu kommunizieren!” argumentieren sie überzeugt. Das ist bestimmt richtig aber sollten wir in einem Land mit 11 offiziellen Sprachen nicht zuerst fähig sein, uns untereinander verständigen zu können?
 
Es war die Gedenkfeier für Nelson Mandela’s Sohn Makgatho (54) Anfang diesen Jahres, die meinen Entschluss zum Erlernen der Stammessprache Xhosa festigte. Wie die gesamte Sprachwelt der südafrikanischen Politiker war auch diese Zeremonie in deren Muttersprache und ich war wieder einmal ausgeschlossen. Xhosa sollte mir eine unentdeckte Kultur meiner Heimat eröffnen und mich tiefer zu meinen afrikanischen Wurzeln vordringen lassen. In der Sprachenschule erwartete ich Touristen mit blonden Rastalöckchen und Pseudo-Liberale in Madiba T-Shirts als Klassenkameraden. Weit gefehlt! Marié Botha, eine sechzigjährige Pensionärin aus Durbanville bei Kapstadt ist meine größte Inspiration. Fast gierig nach jeglicher Information über die Xhosa-Kultur, versucht sie sogar spät am Abend mit uns um die Wette zu „klicken”. Ein Künstler aus Johannesburg, AG Dreosti (60), hoffte, das Versäumte in seinem Leben aufzuholen. „Da ist viel in meinem Umfeld, was ich verpasst habe, weil ich nur Englisch und Afrikaans spreche.”
 
Wie viele in diesem Land wuchs auch die Reiseführerin Lara Probert (38) mit dem Glauben an die Minderwertigkeit der afrikanischen Sprachen auf. „Apartheid hat soviel Schmerz verursacht”, sagt sie, „und je mehr wir über einander lernen, um so eher können wir die Kluft zwischen uns verringern.”
 
Seit ich hinter das Geheimnis der Klicklaute gekommen bin, Wörter und sogar Sätze verstehe, eröffnet sich mir ein ganz neues Verständnis meiner Umgebung. Es scheint, dass ich die Welt klarer hören kann. Meine erste Unterhaltung in der „wahren Welt”  außerhalb des Klassenzimmers ist mir noch immer im Ohr. Es war auf dem Nachhauseweg zu meiner Wohnung in Sea Point, als plötzlich ein Mann mit einem müden, ängstlichen Blick neben mir auftauchte. „Nur ein paar Cents”, bettelte er in Afrikaans. Könnte er Xhosa sein? „Hamba kakuhle, tata” (alles Gute Vater), wünschte ich, als ich ihm ein wenig Kleingeld reichte. Verwundert klärten sich seine wässrigen Augen für einen Augenblick und zeigten mehr als reine Dankbarkeit. „Enkosi, bhuti. Dankie, jy is’n goeie man” (Danke Bruder, Du bist ein guter Mann). Sein „Xhosa-Danke” machte meinen Sonntag ein wenig wärmer. „Kuhle bhuti!”, gut gemacht Bruder, lobte ich mich, Du sprichst Xhosa und man versteht Dich! Vava Makhubalo unterrichtete uns nicht nur in ihrer Muttersprache, sondern gab uns auch ihr Insider-Wissen über die Xhosa-Kultur mit auf den Weg. So lehrte sie uns, dass Miriam Makeba’s Klick-Lied von dem kleinen schwarzen Toktokkie Käfer handelt, der in zauberhafter Weise seine Nachrichten aussendet und dass unsere Nationalhymne einen wundervollen Text hat. Wir haben gelernt, dass Xhosa manchmal eine sehr bildliche Sprache ist: „Es ist so heiß, dass sogar der Fisch aus dem Wasser gesogen wird.” Und wie man in korrekter Weise Schnaps bei einem Xhosa-Barmann bestellt: „linyembezi zika Vilatoya” (die Tränen Königin Victorias). Während der britischen Kolonialzeit schmückte ihr Kopf die Labels der Whiskey- Flaschen.
Erst kürzlich verkündete die südafrikanische Regierung, dass Personen, die mindestens eine der afrikanischen Landesprachen sprechen, einen Job in staatlichen Institutionen erhielten. Nun, ich habe kein Interesse in die Politik zu gehen, aber dennoch möchte ich die Sprache der Politik meines Heimatlandes verstehen. Ich möchte fähig sein, mit meinen südafrikanischen Gefährten zu reden, denn der Weg zu den Herzen der Menschen eröffnet sich durch deren Sprache.
 
Darum erklimme ich die Xhosa Leiter– klick für klick.
 
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