Kapstadt.com
 

Persönlichkeitsprofil

 
Desmond Mpilo Tutu
Er gilt neben Nelson Mandela als der große Kämpfer gegen das Apartheids-Regime. Maya Heinbockel über Desmond Mpilo Tutu.
 
Tutu wurde am 7. Oktober 1931 in Klerksdorp als Sohn eines Lehrers und einer Haushälterin geboren. Aufgewachsen ist er in einem Township von Johannesburg. Seinen Sinn für Gerechtigkeit prägte vor allem der anglikanische Priester Trevor Huddleston. Er war aktiver Gegner der Apartheid und unterstützte Tutus Ausbildung. Später ging er an eine Universität – ein Privileg, das nur jedem zweihundertsten Farbigen zuteil wurde. Doch als Lehrer arbeitete er nur vier Jahre, da die Regierung 1958 viele Schulen für Schwarze schloss.
1961 ordinierte er zum anglikanischen Priester. „Ich war nicht von hohen Idealen bewegt, es schien mir aber die Kirche ein guter Platz, Dienst zu leisten”, erklärt Tutu. Dann begann seine steile Karriere: „Dean von Johannesburg”, Bischof von Lesotho, Generalsekretär des Südafrikanischen Rats der Kirchen (SACC) und 1986 schließlich Bischof von Kapstadt. Tutu wandte sich hart gegen die Politik, die 4,5 Millionen Weißen die Vorherrschaft über die fünffache Zahl der Schwarzen sichern sollte. Seine Überzeugung war gewaltfrei: „Seid freundlich zu den Weißen, sie brauchen Euch, um ihre Menschlichkeit wiederzufinden.” Für den Weg der Diplomatie erhielt er 1984 den Friedensnobelpreis.
„Ich bin ein Mann der Hoffnung”, sagte er. Und wurde belohnt: Am 2. Februar 1990 verkündete Staatspräsident Frederick W. de Klerk die Abkehr von der Apartheid. Doch eine letzte Aufgabe blieb: Von 1996 bis 1999 leitete er die „Wahrheitskommission”, die 22.000 Opfer der Unterdrückung verhörte und Menschenrechtsverletzungen auflistete. Heute lebt der 73-Jährige im Ruhestand zusammen mit seiner Frau Leah Shenxane und seinen vier Kindern. Seine Tochter Mpho Andrea führte er im Januar 2004 in ihr Priesteramt ein.
 
Mehr Informationen zu „The Desmond Tutu Pease Centre” finden Sie unter www.tutu.org