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Ronnie's Sex Shop

 
Ronnies Sex Shop
Die Kneipe sieht eher aus wie aus einem Arizona-Wild-West-Film
Nachts, wenn alles schläft, in Südafrika, entlang der Route 62, nachts nahm alles seinen Anfang. Farmer Ronny war zu Bett gegangen. Er schlief tief und fest. Seine Freunde allerdings nicht... Wieviele eisgekühlte Castle Lager zuvor in dieser Nacht durch ihre Kehlen geflossen waren, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Doch Fakt war, dass aus Farmer Ronny's kleinem und eher vernachlässigtem Laden, den er an der Strasse hatte, um dort seine Früchte, also Obst und auch Gemüse zu verkaufen, und auf dem harmlos 'Ronnies Shop' stand, durch unbekannte Hand und mittels Pinsel und Farbe 'Ronnies SEX Shop' geworden war.
 
Ronny dachte nach: Entweder er musste dieses SEX übertünchen, oder sein unschuldiges Gemüse durch etwas anderes ersetzen, und den reisserischen neuen Namen als unübersehbaren Köder hernehmen. Denn die strategische Ausgangsposition war eher ungünstig. Die Strasse verläuft hier kerzengerade durch die Klein Karoo, durch karges, flaches und mehrere Monate lang dürres Land.
 
Autofahrer nutzen hier die zulässige Höchstgeschwindigkeit, nennen wir es im Rahmen ihrer eigenen Auslegung, und sind absolut nicht auf Halt oder ein Bremsmanöver eingestellt.
 
Ronnies Sex Shop, Ronnies ist Kult!
Und während Ronny noch nachdachte, tauchten wieder diese Freunde auf, legten etwas Holz aufs Lagerfeuer und öffneten von weither mitgebrachtes und umständlich in Kühlboxen transportiertes Bier. Es lässt sich heute nicht nachempfinden, ob es sich dabei um das populäre Castle Lager oder eines der anderen schmackhaften südafrikanischen Biere gehandelt hat. Und während man gedankenversunken am Feuer sass, und den schwindenden Biervorrat beäugte, sagte einer von Ronnys Kumpeln: 'Warum stellst Du nicht einfach einen grossen Kühlschrank in Deinen Shop? Das würde uns viel Mühe ersparen!' Die Idee war geboren - Ronnies Sex Shop war der ideale Ort für ein echtes Road-Pub.
 
Die Weite der Gegend und das Design erinnern mehr an eine Harley-Kneipe in Arizona, und schon viele Kilometer vorab machen Schilder den durstigen Reisenden bremsbereit. Vor der Tür ein alter verrosteter Traktor, darauf die verlassene, letzte, leere Flasche Castle, eine Veranda zum Draussensitzen, keine Nachbarn weit und breit, die argwöhnisch den Lärm bekriteln würden, und im Shop selbst war genug Platz für einen Tresen, ein paar Tische und Stühle. Biker-Romantik. 60er und 70er Jahre Revival. Pink Floyd, Led Zeppelin, und jede Menge Rockmusik. Und da Ronny nicht immer selbst hinter der Theke stehen kann, hilft ab und an auch mal Ronny Junior mit, sein Sohn.
 
Kult ist es im Pub, die Vistenkarten aller Besucher zu sammeln und an die Wänden (die von Afrika aktuell finden Sie neben der Tür rechts) zu pinnen. Allein mit dem Studium der Karten kann man zwei bis drei Biere lang verweilen...