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Elefanten Natur Reservat

Leopard

 
 
Der Leopard (Panthera pardus) ist eine Art innerhalb der Familie der Katzen, die in Afrika und Asien verbreitet ist. Maße und Gewichte des Leoparden sind innerhalb des großen Verbreitungsgebietes sehr unterschiedlich. Generell sind waldbewohnende Leoparden meist kleiner und gedrungener, die der offenen Lebensräume in der Regel schlanker und größer. Der Leopard wird 90-190 cm lang, den 60-110 cm langen Schwanz nicht mitgerechnet. Männliche Leoparden wiegen etwa 40-90 kg und haben eine Schulterhöhe von 70-80 cm. Weibchen sind etwa 50 % kleiner und wiegen nur etwa 30-60 kg. Kleine Weibchen messen nur 45 cm an der Schulter. In der Kapregion im Süden Afrikas wiegen Leoparden oft nur 20 bis 30 kg. Der Leopard hat den typischen Katzenkörper, mittellange, kräftige Beine mit großflächigen Pranken. Die Augen sind wie bei allen Katzen nach vorn gerichtet; die Ohren sind rundlich.
 
Die verschiedenen Unterarten des Leoparden zeigen oft deutliche Abweichnungen in der Fellzeichnung, aber auch innerhalb eines Gebietes treten mitunter große, individuelle Unterschiede auf. Dennoch lässt sich einiges allgemeingültiges zum Fell des Leoparden sagen. Fast immer ist es mit Rosetten gezeichnet. Vielfach sind die Rosetten, besonders in Längsrichtung des Rückens, reihenförmig angeordnet. An der Brust und am unteren Hals findet man häufig statt nebeneinander stehender Rosetten Flecken, die in einer Richtung angeordnet sind und wie Halsbänder wirken. An der Oberseite des langen Schwanzes setzen sich die Rosetten entlang der Mittellinie fort. Zum Schwanzende werden die Rosetten immer weniger ausgeprägt, können aber manchmal noch zu mehreren Querringen verschmelzen. Die Schwanzunterseite ist allerdings zum Ende hin sehr hell bis weiß. Bauch und die oberen Beininnenseiten sind ebenfalls frei von Rosetten und weiß, gelblich-weiß oder in grau übergehend gefärbt. Weiter zu den Pranken hin sind Vollflecken zu finden, die nach unten zu immer kleiner werden. Am Kopf und oberen Hals und Nacken sind ebenfalls keine Rosetten ausgebildet, sondern auch nur schwarze Vollflecken vorhanden. Waldleoparden sind im allgemeinen intensiver gefärbt als Leoparden offener Landschaften. Näheres zu den Fellzeichnungen der Unterarten findet sich unter Systhematik.
 
Der Gehörsinn ist ausgezeichnet entwickelt. Leoparden können sehr hohe, für Menschen nicht mehr hörbare Frequenzen bis zu 45.000 Hertz wahrnehmen. Die Augen sind nach vorn gerichtet und weisen eine breite Überschneidung der Sehachse auf. Das ermöglicht ihnen ein ausgezeichnetes räumliches Sehen. Bei Tag entspricht das Sehvermögen eines Leoparden in etwa dem eines Menschen, in der Nacht verfügt der Leopard jedoch über ein fünf- bis sechsfach besseres Sehvermögen: Leoparden können die runde Pupille sehr weit öffnen, so dass auch schwaches Licht ins Auge gelangen kann; weiterhin besitzen Leoparden wie alle Katzen eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut, das so genannte Tapetum lucidum, das durch Rückspiegelung die Lichtausbeute steigert. Auch der Geruchsinn ist beim Leoparden hervorragend ausgeprägt.
 
Der Leopard war in geschichtlicher Zeit über ganz Afrika beiderseits der Sahara sowie über große Teile Asiens verbreitet. In Afrika lebt er sowohl in den zentralen Regenwäldern als auch in den Gebirgen, Savannen und Halbwüsten von Marokko bis zum Kap der guten Hoffnung. Lediglich die großen, wasserlosen Wüsten meidet der Leopard und fehlt daher naturgemäß in der Sahara und den trockensten Regionen der Namib. Leoparden sind typische Einzelgänger. Das Territorium wird markiert und gegen gleichgeschlechtliche Artgenossen unter Drohverhalten und notfalls im territorialen Kampfverhalten verteidigt. Ein Territoriumsinhaber kann sich das Privileg des Zugangs zu Sexualpartnern, aber auch zu Nahrungsquellen, Wasserstellen, Schattenplätzen und Deckungsmöglichkeiten, sichern. Einem Eindringling in ein besetztes Territorium geben die Geruchsmarken den Hinweis auf sofort bereite Kampffähigkeit und Kampfeswillen des Territoriumsbesitzers, wobei dieser jedoch durch den "Heimvorteil" oft die Oberhand behält. In erster Linie markieren Leoparden ihr Revier geruchlich, aber auch akustisch durch Lautäußerungen. In geringem Maße wird es auch optisch durch Kratzspuren an Bäumen oder am Boden gekennzeichnet. Die Markierung hat einerseits die Funktion, Artgenossen fernzuhalten und andere Tiere über die Anwesenheit des Territoriumsinhabers zu informieren, andererseits dient sie aber auch der Strukturierung des Streifgebiets. Geruchliches Markieren erleichtert dort das Zurechtfinden.
 
Die normale Fortbewegungsart ist der Schritt im typischen Kreuzgang. Bei dieser Gangart werden die einander diagonal gegenüber liegenden Beine gleichzeitig angehoben und wieder aufgesetzt. Im Schritt können Leoparden große Strecken zurücklegen. Dabei haben sie meist einen raumgreifenderen Schritt als wenn sie nur in der Nähe ihres Ruhebaumes oder in der Umgebung ihrer Verstecke umherwandern. Schneller ist der Trab, mit dem Leoparden kurze Strecken zurücklegen. Bei der Anschleichjagd kann es vorkommen, dass die ersten 10 bis 30 Meter im Trab zurückgelegt werden, wobei der Körper sich zunehmend mehr duckt. Hier spricht man auch vom Schleichlauf. Auf der Jagd wird dieser Schleichlauf dann durch das Schleichkriechen abgelöst, bei dem der Bauch schon fast den Boden berührt und ein ganz langsamer Schritt eingehalten wird, der in jeder Phase unterbrochen werden kann. Das geschieht meistens dann, wenn das angeschlichene Beutetier aufmerksam wird. Der Leopard bleibt in dieser Position bis die Wachsamkeit des Opfers nachlässt und er weiter schleichen kann.
 
Erwachsene Leoparden sind äußerst vorsichtig und vermeiden nach Möglichkeit jeden Kontakt mit anderen Raubtieren und Artgenossen. Vor allem Löwen sind eine ständige Bedrohung für Leoparden, der sie so gut es geht aus dem Weg zu gehen versuchen. Es gibt zahlreiche dokumentierte Vorfälle, bei denen die Konfrontation mit feindseligen Löwen für den Leoparden tödlich endete. Auch Tüpfelhyänen können dem Leoparden gefährlich werden, allerdings meist nur dann, wenn ein ganzes Rudel ihn mit einer ungesicherten Beute erwischt, und er sich auf einen Kampf um seine Beute einlässt. Es kommt aber auch durchaus vor, dass der Leopard Erfolg hat und seine Beute vor den Tüpfelhyänen retten kann. Auch mit Geparden können Leoparden für beide Seiten unangenehme Auseinandersetzungen haben. Der Leopard ist aber bei einer Konfrontation durch seinen Körperbau etwas im Vorteil, was allerdings nicht heißen muss, dass er auch immer gewinnt. Durch die Überlegenheit des Geparden in der Geschwindigkeit besitzt auch dieser Chancen, aus einer Auseinandersetzung als Sieger hervorzugehen.
 
Anschleichjagden gehören zu den häufigsten Jagdmethoden des Leoparden. Das Prinzip der Anschleichjagd ist relativ simpel. Die Leoparden versuchen, so nahe wie möglich unbemerkt an ihre Opfer heranzukommen, so dass diese keine Zeit mehr auch nur zum Ansatz einer Flucht finden. Bei der Anschleichjagd erbringen Leoparden oft enorme Leistungen. In der Kalahari und anderen kargen Wüstengegenden müssen sie sich über enorme Strecken fast ohne Deckung an ihre Opfer heranschleichen. Die reine Lauerjagd ist eine häufige Methode. Leoparden, die den Tag auf Bäumen verbringen, benutzen diese oft als erhöhten Ansitz. Mit bemerkenswerter Geduld lassen sie Herden grasender Tiere in geeigneter Größe an sich oder gelegentlich direkt unter ihrem Ausguck vorbeiziehen oder auf sich zuweiden.
 
Wenn der Ast, auf dem der Leopard ruht, nicht zu hoch ist, kann er direkt von oben auf seine Beute springen. Meistens verlassen Leoparden aber zum Jagen ihre Warte auf dem Baum. Sie klettern dazu vorsichtig an der für das auserwählte Opfer nicht sichtbaren Seite des Baumstammes herab und suchen Deckung hinter dem Stamm oder - wenn vorhanden - hinter anderer dichter Vegetation. Dabei können sie nach sehr langer Wartezeit auf einem Ast des Baumes noch einmal dieselbe Zeit am Fuß des Baumes zubringen, um auf solche Tiere zu warten, die sie von oben über längere Zeit bei der Annäherung zu dem betreffenden Baum beobachtet haben. Es liegen keine Beobachtungen oder Berichte darüber vor, ob Leoparden sich ihre Opfer bereits zu Beginn der Anschleich- oder auch Ansitzjagd auswählen oder ob sie es mehr dem Zufall überlassen, welches Tier einer Gruppe sie töten wollen. Die Stöberjagd ist zwar nicht typisch für den Leoparden, dennoch gar nicht allzu selten zu beobachten. Abseits liegende Kitze von Hornträgern oder sich reglos an den Boden drückende Hasen werden oft rein durch Zufall im Vorübergehen entdeckt, und nicht gezielt angeschlichen.
 
Die Paarungsbereitschaft der Leopardin dauert 6 bis 7 Tage. Tritt keine Trächtigkeit ein, wiederholt sich der Östrus alle 25 bis 28 Tage. Zuvor gibt die Leopardin ihre Paarungswilligkeit allen Männchen bekannt, deren Territorien sich mit ihrem Streifgebiet überschneiden. In großer Unruhe durchstreift sie für die Ankündigung ihrer Kopulationsbereitschaft vor allem das Kerngebiet ihres Streifgebietes. In diesen Tagen markiert sie unzählige auffällige Punkte, wie Bäume, Felsen, Felsbrocken, Büsche oder Grasbüschel. Diese Harnmarkierungen signalisieren den Männchen, die daran riechen, wie weit es mit dem Östrus der rolligen Leopardin ist. Danach findet meist ein Bodenkratzen mit den Hinterpranken statt. Nicht selten wälzen sich brünstige Leopardinnen in den Harnstellen männlicher Leoparden. Sie rollen sich dabei auf solchen Duftmarken im Gras über den Rücken und versuchen, große Teile des Fells mit dem Geruchsfleck auf dem Boden in Berührung zu bringen. Die Bezeichnung Rolligkeit für dieses Verhalten ist sehr treffend.
 
Berührungspunkte zwischen Leopard und Menschen gab es bereits in der Frühzeit der Menschwerdung. Schon in der Olduvaischlucht in Nordtansania wurden während umfangreicher Ausgrabungen Skelette von Leoparden neben denen von Frühmenschen gefunden. Nach anthropologischen Forschungen ist es durchaus wahrscheinlich, dass diese Vorfahren der heutigen Menschen ihren Fleischbedarf als marginale Aasfresser deckten. Sie ernährten sich von den Resten der Beute aller Raubtiere sowie auch von verendet aufgefundenen Tieren. Sie nahmen dabei wohl auch dem Leoparden seine Beute ab: Es ist, weil er Einzeljäger ist, wesentlich leichter, einen Leoparden von seinem Riss zu vertreiben als ein Löwenrudel von seiner Beute. Außerdem gab es Leoparden auch in Gegenden, in denen keine Löwen oder andere Großraubtiere lebten, von denen die Frühmenschen Beutekadaver hätten übernehmen können, da Leoparden ja selbst noch da Beute machen, wo Löwen oder Tüpfelhyänen keine ausreichende Nahrung finden.
 
Quelle: Wikipedia