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Elefanten Natur Reservat

Bäume

 
der Baum lebt
 
Akazien sind laubwerfende Bäume (meistens werfen sie ihr Laub in der Trockenzeit, man kann deshalb nicht von sommergrünen Bäumen sprechen) oder Sträucher, meist aus Australien. Die meisten afrikanischen Arten zeichnen sich durch bösartige Dornen aus und werden daher aus dem Englischen übersetzt auch als „Dornenbäume“ bezeichnet. Akazien haben entweder paarig gefiederte Blätter oder es übernehmen – insbesondere bei australischen Arten – Phyllodien, also abgeflachte Blattstiele, die Photosynthese-Funktion der Blätter.
 
Die winzigen Blüten sind sattgelb bis weiß und sitzen dichtgedrängt in kugelförmigen oder zylindrischen Ähren oder Köpfchen angeordnet. Oft verströmen sie einen starken Duft und bringen reichlich Pollen hervor, der Bienen anzieht. Die Früchte bestehen aus runden oder auch abgeflachten Hülsen. Die Samen sind in der Regel lange lebensfähig, einige – besonders in Australien – benötigen Feuer, um keimen zu können. Akazien gehören zu den Harthölzern.
 
Die Schirmakazie (Acacia tortilis) kann als Wahrzeichen Afrikas bezeichnet werden. Sie ist leicht erkennbar an der schirmähnlichen flachen Krone. Manche Akazien, auch die Schirmakazie, warnen ihre Artgenossen mit Hilfe des Botenstoffes Ethen vor Fressfeinden. Darauf hin beginnen sowohl der warnende Baum als auch die gewarnten Bäume in einem Umkreis von ca. 50 m mit der Produktion von Tanninen. Der Tanningehalt der Blätter wird um so höher und damit die Blätter um so giftiger, je öfter die Akazien angefressen bzw. gewarnt werden. Tiere, die von den Akazien fressen, bewegen sich instinktiv und stetig von Baum zu Baum gegen den Wind. Der Stamm der Schirmakazie ist sehr oft von Termiten und Käferlarven zerfressen. Daher können Elefanten ihn leicht umwerfen, um an Zweige zu gelangen.
 
Der Marula-Baum (Sclerocarya birrea) gehört zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Dieser Baum kann eine Wuchshöhe von bis zu 15 Metern erreichen. Der weibliche Marula-Baum bringt bereits bei minimalen Regenfällen eine beachtliche Ernte mirabellengroßer goldgelber Früchte hervor, die wild geerntet und zu dem inzwischen auch in Europa bekannten Amarula-Likör verarbeitet, oder auch direkt als Obst gegessen werden können. Ihnen wird aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Der Stein der Marula-Frucht enthält einen essbaren Samen, der regional als Delikatesse gilt und dessen Öl für kosmetische Zwecke verwendet werden kann. Von Schwangeren des Venda-Volkes in Südafrika wird die gemahlene Rinde des Baumes gegessen, um dadurch das Geschlecht des werdenden Kindes zu beeinflussen.
 
Weil die duftenden und schon teilweise vergorenen Früchte des Baumes gern von Elefanten gefressen werden, ist der Baum auch unter dem Namen "Elefantenbaum" bekannt. Allerdings halten es Biologen für nahezu unmöglich, dass Elefanten, wie unter anderem im Filmklassiker Die lustige Welt der Tiere (Regie: Jamie Uys) dargestellt, durch den Genuss der gärenden Marula-Früchte betrunken werden können. Da der Alkoholgehalt der Früchte nur bei etwa 3 Prozent liegt, müssten die Dickhäuter nämlich Unmengen der Früchte zu sich nehmen. Die beobachteten Rauschzustände der Tiere rühren nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler jedoch viel eher von giftigen, in der Baumrinde lebenden Käferpuppen her. Die Tiere verzehren neben den Früchten auch die Rinde und somit auch diese spezielle Käferpuppen. Einheimische verwenden diese Käferpuppen traditionellerweise zum Anfertigen giftiger Pfeilspitzen - nach Ansicht der Forscher ist es wahrscheinlich, dass das Torkeln der Elefanten vornehmlich durch das in den Puppen enthaltene Gift verursacht wird
 
Der Mopane-Baum hat einen rauhen, grauen Stamm. Seine paarigen Blätter, die sich bei starker Hitze zusammenfalten, und seine flachen Hülsen mit den klebrigen Samen machen ihn leicht erkennbar. Der Name Colophospermum ist griechisch und bedeutet ölige Samen, als Verweis auf seine harzigen Samen. Der Teil des Namens colophos (Kolophonium) bezieht sich augenscheinlich auf den starken Terpentin-Geruch des Harzes, Kolophonium wird aus Terpentin gewonnen. Der Name Mopane ist der hiesige Name des Baumes. Die Mopaneblätter dienen vielen Laubäsern wie Elefanten, Giraffen und Spitzmaulnashörnern als nahrhaftes Futter.