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besser wie Gott in Frankreich

In vielen Küchen kochten bald Malaien und Malaiinnen, die eher einfachen, geschmacksarmen holländischen Küchen neue Reize verliehen. Der malaiische Einfluss auf die südafrikanische Küche ist unübersehbar, ja der Begriff der "kap-malaiischen Küche" ist fest eingebürgert. Französische Hugenotten brachten Ende des 17. Jahrhunderts ihre feine französische Küche ins Land. Die nächsten Jahrhunderte waren geprägt durch die Besiedlung des Kap-Hinterlandes. Mit den Briten kam das Roastbeef ans Kap welches noch bis zum heutigen Tag als klassischer Sonntagsbraten serviert wird. Unter britischer Herrschaft wurden indische Arbeiter und ihre Familien zur Arbeit auf den riesigen Zuckerrohrfeldern in Natal angesiedelt. Ihre Küche ist noch heute ein wichtiger Bestandteil. Andere Einwanderer speziell deutsche und portugiesische - brachten wiederum ihre Gerichte und Kochmethoden mit.
 
Die Südafrikanische Küche hat viele Gesichter, sie ist genau wie die Bevölkerung des Landes ein Schmelztiegel der verschiedenen Einflüsse und Rassen. In dem Land indem zuerst Khoi Khoin und San (Buschmänner) wohnten, später schwarze Stämme und noch später Einwanderer aus Europa, Buren und Briten zuwanderten, vermischten sich deren Geschmäcker und Küche. Was wir unter Südafrikanischer Küche verstehen, besteht hauptsächlich aus den Einflüssen der Burischen (Holländischen) , Indischen, Malaiischen und Englischen Küche). Die Einflüsse der Schwarzafrikanischen Küche sind sehr gering, aber langsam im kommen. Das Besondere der Südafrikanischen Küche sind ihre besonders geschmackvollen Speisen, die große Auswahl an verschiedensten Geschmacksrichtungen und ihre Bekömmlichkeit.
 
Currys aus der indischen Küche, Braaivleis und Biltong aus der burischen Küche, Sosaties und Bobotie aus der malaiischen Küche, Scones und Pie´s aus der englischen Küche und natürlich Mealie Pap, der Maisbrei der schwarzen Bevölkerung.
 
Südafrikaner essen neben Lamm, Rind auch sehr gerne Geflügel, Huhn oder Truthahn. Oder auch für Europäer ausgefallene Tiere wie Krokodil, Antilopen, Büffel und natürlich auch Straussenfleisch. Besonders Strauss sollte man auf jeden Fall in Südafrika probieren. Hier ist das dunkelrote und fettarme Fleisch besonders geschmackvoll. Fleisch ist in Südafrika wegen der Freilandhaltung der Tiere besonders geschmackvoll. Die Steaks, wie auch alle Portionen sind riesig, der Hunger sollte recht groß sein. Fisch und Meeresfrüchte spielen in Südafrika eine besondere Rolle, gerade an den Küstengebieten ist die Auswahl riesig, und auch recht günstig. Obst und Gemüse ist da es von viel Sonne verwöhnt wird und reif gepflückt wird ein Gaumenschmauss.
Hier merkt man Papaya ist nicht gleich Papaya.
 
Braii
Die Lieblingsbeschäftigung der Südafrikaner, egal welcher Hautfarbe ist das Grillen unter freiem Himmel, das in Südafrika Braai (sprich: Brei) genannt wird und auf die Buren zurückgeht. Besonders Boerewors (schneckenförmige Würste), riesige Steaks, Koteletts vom Lamm oder Schwein, Spieße und Fische werden zusammen mit einer Unmenge Bier verzehrt. Injedem Haus in Südafrika findet man einen Grill, meistens sogar einen gemauerten im Garten. Braai ist so beliebt in Südafrika, das man sogar in Städten auf Bürgersteigen, in Parks oder öffentliche Anlagen überall auf grillende Menschen trifft.
 
Fisch & Meeresfrüchte
Besonders an der Küste, von Kapstadt bis Durban werden gerne Fische und Meeresfrüchte gegessen. Die Auswahl die hier gefangen wird und frisch auf den Teller kommt ist riesig. Sie reicht von Snoek, Yellowtail, Austern, Muscheln, Kingklip, Kabeljau bis hin zu Crayfish, einer Hummerart die eines der beliebtesten Delikatessen in Südafrika ist. Besonders oft findet man "Line Fish" auf den Speisekarten der Restaurants. Es ist aber keine eigene Fischart, sondern heißt so viel wie "Fang des Tages".
Fisch wird gerne mit einer "Garlic Souce" (Knoblauchsauce) oder einer "Lemon Butter" (Zitronenbutter) zubereitet. Als Beilage gibt es meistens Gemüse, Kartoffeln oder Chips. Fisch ist in Südafrika erheblich preiswerter als in Europa und so gut wie immer auch frisch. Besonders Austern und Crayfish sollte man hier probieren, die in Europa fast unerschwinglich sind.
 
Exotische Früchte
Zu jeder Jahreszeit reifen in Südafrika die verschiedesten Früchte wie Mangos, Ananas, Weintrauben, Orangen, Äpfel, Papayas und Aprikosen. Obst ist recht günstig zu erhalten und von außerordentlich guter Qualtät. Durch die afrikanische Sonne wird das Obst von der Sonne verwöhnt, was man sich im Geschmack positiv auswirkt. Ein frischer Obstsalat oder frisch gepreßter Saft, ein Genuß.
 
Die Küche der Buren
Die niederländische Küche der Buren hat sich den gegebenheiten des Landes angepaßt. Gewürze aus der indischen und malaiischen Küche werden zum verfeinern der burischen Gerichte verwendet. Fleisch wird gerne getrocknet und stark gewürzt (Biltong). Diese Zubereitung stammt noch aus der Zeit der Voortrekker, als trocknen noch die einzige Konservierungsart war. Doch die Vorliebe für Biltong ist geblieben, Südafrikaner essen Biltong als Snack zwischen den Mahlzeiten. Biltong kann man in Südafrika in jedem Supermarkt in portionsgerechten Tüten kaufen. Das Fleisch für Biltong wird meistens von Kudu, Gemsbock oder Springbock genommen und seltener auch von Strauss, Rind oder von Elefanten und ist vom Geschack her recht gewöhnungsbedürftig. Als typische burische Tradition kann man das "Braai" nennen, ein Grillfest in freiem Himmel, wo groß Mengen von Boerewors und jede Menge Bier konsumiert werden. Sehr beliebt ist auch "Potjiekos", ein Eintopfgericht, das in einem gußeisernen Kochtopf über offenem Feuer langsam köchelnd zubereitet wird. Besonders Lamm und Schaffleisch wird gerne gegessen, mit Kürbis und Süßkartoffeln als Beilage. Als Nachtisch ist Koeksisters als typisch burische Spezialität zu nennen.
 
Die Englische Küche
Die britischen Siedler brachten Yorkshire-Pudding, Roastbeef und Scones mit ans Kap. Lamm ist eine Spezialität und wird gerne mit einer Pfefferminzsouce zubereitet. Wobei die britische Küche nicht so eine bedeutende Rolle spielt wie die burische, indische oder malaiische Küche.
 
Die Indische Küche
Die besten Currys in Südafrika bekommt man in Durban, wo auch die meisten indisch abstammenden Menschen wohnen. Currys mit Reis oder Roti, einem Fladenbrot, ein himmlischer Genuss. Besonders die exotischen Gewürze die aus Indien, Indonesien oder anderen Teilen Asiens mit den Sklaven nach Südafrika gebracht worden sind, geben den Gerichten ihren besonderen Geschmack.
 
Die malaaische Küche
Die malaiische Küche spielt eine bedeutsame Rolle in Südafrika. Mit den Sklaven aus Malaysia kamen die europäischen Einwanderer mit deren Gerichte in Berührung. Viele der malaiischen Frauen arbeiteten bei den Buren als Köchinnen. Von nun an wurden viele burischen Gerichte mit dem Einfluß und den Gewürzen der malaiischen Küche zubereitet. Welchen Einfluß dies auf die südafrikanische Küche hatte ist noch heute bemerkbar. Der Begriff "Kap-malaiische Küche" ist in Südafrika allgegenwärtig. Ihre Gewürze, die süß-sauren Saucen, die sauer eingelegten Gemüse und Fische. Die Bekanntesten Gerichte der malaiischen Küche sind marinierte Fleischspiese (Sosaties), schmackhafte Eintopfgerichte (Bredie), Fleisch-Auflauf mit Curry (Bobotie) und natürlich der gelbe Reis mit Rosinen (Geelrys). Sehr beliebt ist auch das Waterblommetjie-Bredie, ein Eintopf mit einer Wasserlilie die in Südafrika wächst. Leider ist diese Lilie in Europa nicht erhältlich. Die besten malaiischen Restaurants soll es in Kapstadt im Stadtteil Bo-Kaap geben.
 
Schwarzafrikanische Küche
Das Grundnahrungsmittel der schwarzen und damit auch der ärmsten Bevölkerungsschicht ist ein steifer weißer Maisbrei, der "Mealie Pap" genannt wird. Dazu wird gerne eine scharfe Sauce aus Tomaten, Zwiebeln und Chilies gegessen. Wobei die Zubereitung wie auch die Konsistenz von der jeweiligen Gegend abhängt. Oft werden auch Kartoffelscheiben beigefügt um den Brei schmackhafter zu machen. Und hin und wieder wenn es die finanzielle Lage erlaubt auch Fleischstücke. (Huhn, Schwein, Schaf oder Rind) Sehr gerne werden auch Getreidegerichte gegessen. Eine Spezialität ist Mopani, Raupen die getrocknet und dann fritiert oder gekocht werden. Ein Gericht das manchem Touristen Mut beim Verkosten abverlangt.
 
Quelle: Kapweine.ch