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Sportskanone am Kap

 
von Maya Engelmann
Der ehemalige Fußballprofi Ferdl Keller eröffnete in Kapstadt die „Villa Andrea“ und spielt Golf
 
Schon auf der Webseite von „Villa Andrea“ begrüßt die Besucher ein Schwarzweißbild von einem Fußballspieler im deutschen Nationalspieler-Trikot. Schließlich ist der Inhaber niemand geringeres als Ferdinand (Ferdl) Keller, der als Fußballprofi für 1860 München und den Hamburger SV gespielt hat. 1977 wurde Ferdl Keller sogar Europapokalsieger.

Darum ist es sicher auch kein Wunder, dass Fußballspieler zu seinen ersten Gästen in seiner Pension in Kapstadt gehörten. Doch inzwischen beschränkt sich die Fußballkarriere des 61-Jährigen auf das eher passive Verfolgen der Spiele im Fernseher. Doch natürlich kann er nicht komplett auf Sport verzichten. Ferdl Keller spielt leidenschaftlich Golf und führt seine golfspielenden Gäste, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, zu den besten Plätzen in seiner neuen Heimat. „Viele Fußballprofis und Sportjournalisten sind inzwischen begeisterte Golfer und nachdem sie von unserem Gästehaus erfahren haben, war dies der Einstieg in unser neues Geschäft“, sagt Ferdl Keller. Doch was wer einmal ein Fußballprofi war, begnügt sich nicht mit Golf. „An golffreien Tagen wandern meine Tochter oder ich mit unseren Gästen auf den Tafelberg oder den
Lionshead“, so Keller.
 

Der Golf-Sport brachte den gebürtigen Münchner auch nach Kapstadt. 1991 machte Keller gemeinsam mit seiner Frau Hilde und ein paar Freunden die erste Reise nach Südafrika – einen dreiwöchigen Golftrip. „Vom ersten Moment an waren meine Frau und ich von dem Land, den Golfplätzen und dem Essen begeistert“, erinnert sich der Sportler. Ganz besonders hatte es ihnen die Stadt am Tafelberg angetan, in denen sie die letzten Tage ihrer ersten, aber
lange nicht letzten Reise verbrachten. „Wir waren total fasziniert von dieser herrlichen Stadt.“
 
Das angenehme Klima, die wunderschönen Berge, das Meer, die traumhaften Strände, die einmaligen Golfplätze und die Freundlichkeit der Menschen sind nur einige der Besonderheiten, die die Kellers so sehr an Südafrika lieben. Darum kamen sie immer und immer wieder. „Normalerweise bekomme ich nach zwei Wochen Urlaub schon Heimweh nach Deutschland. Aber aus Kapstadt wollte ich gar nicht mehr weg“, sagt Ferdl Keller. Die Aufenthalte in Südafrika wurden von Jahr zu Jahr länger – 1995 waren es ganze drei Monate. „Da kam der Gedanke auf, doch eine eigene Wohnung in Kapstadt zu kaufen“, sagt der Deutsche. Doch das Schicksal wollte es anders: Eine große Villa fiel dem Ehepaar in einer
Immobilienzeitung auf. „Ich war sofort fasziniert vom Stil des Hauses“, erinnert sich Keller.
 
Eine Woche lang fuhren sie täglich zweimal zu der Villa. „Dann waren wir überzeugt, das Haus zu kaufen.“ 1996 konnten sie das Haus auf den Namen ihrer Tochter „Villa Andrea“ taufen und eröffneten eine kleine Pension. Da sie gut ankam, kauften sie 2001 auch das Nachbarhaus dazu, so dass sie jetzt 30 Betten anbieten können. Schließlich wurden sie sogar von „South Afrika Tours“ mit vier Sternen ausgezeichnet. Schon bei der ersten Reise 1991 hatte es dem Ehepaar Keller auch das Essen angetan. Der „Crayfish“ (geschmacklich eine Mischung aus Hummer und Languste) landete gleich haufenweise in ihren Mägen.
 
„Und als wir dann auch noch einen deutschen Metzger und Bäcker in Kapstadt entdeckten, war klar, dass wir wiederkommen müssen“, sagt Keller. Auch jetzt noch spielt das Essen bei Familie Keller eine wichtige Rolle. Ein Sportler braucht
schließlich auch Stärkung. „Meine Frau und meine Tochter sind hervorragende Köchinnen“, erzählt Ferdl Keller stolz. Morgens können Gäste „Hildes Frühstücksorgien“ genießen. Es gibt bayrisches aus der Heimat wie warmen Leberkäs und frische Brezn sowie afrikanisches wie das riesige Straußenei-Omlett für den großen Hunger. Kombiniert mit frischem Obst. Abends kommen
fangfrische Delikatessen wie Ferdls Liebling, der Crayfish, auf den Grill unter dem afrikanischen Sternenhimmel.
 
Doch Hilde und Andrea kochen nicht nur Delikatessen, auch eine leckere Suppe gegen Magenschmerzen wird schnell erwärmt, wenn es dem Gast einmal nicht so gut geht. Überhaupt sind alle Familienmitglieder für die Bedürfnisse der Urlauber da, geben Einkaufs- und Restaurant-Tipps und helfen bei Sprachproblemen. „Das Highlight ist unsere dreijährige Engeltochter Lina-Theres, die mit ihrem Charm unsere Gäste verzaubert“, sagt der stolze Opa und stahlt. Neben der Enkeltochter freut er sich vor allem auf eines: Die Fußball-WM 2010 in seinem neuen Heimatland Südafrika.
 

Villa Andrea, Hilde & Ferdi Keller, 21, Bickley Road 8005 Sea Point, Cape Town,
Südafrika, Tel.: +27-21-4398425, www.villa-andrea.de 
 
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