Kapstadt.com
 
Model- Mekka Kapstadt
 
Datum: 21.08.2015
Von: Raphaela Waschnig

Jedes Jahr strömen Tausende Models nach Kapstadt um sich bei internationalen Kunden einen Job zu ergattern, darunter auch viele Deutsche. Die Stadt ist eines der beliebtesten Standorte für Werbe- und Magazinshootings, doch hinter den Kulissen geht es oft knallhart zu, denn es gibt viel Konkurrenz und hohe Ansprüche.

Lena Gercke in Kapstadt für Mexx

Wenn es in Deutschland im Winter kalt und grau wird, strahlt die afrikanische Sonne mit 30 Grad auf die „Mother-City“ herab. Nicht nur deswegen wurde Cape Town zum Model-Mekka, denn die kosmopolitische Stadt hat einiges zu bieten: weiße Sandstrände für Bikini-Shootings, renommierte Fotografen und Tausende Models mit den verschiedensten Hintergründen und Aussehen.

 

Kapstadt ist wegen der hohen Lebensqualität bei ausländischen Models und Fotografen sehr beliebt. Auch deutsche Models wie Lena Gercke zieht es oft ans Kap, denn hier locken Kunden, die bereits im Oktober für europäische Sommerprodukte Werbungen kreieren wollen. Allerdings schaffen es nur die wenigsten auf Magazincovers und in Fernsehwerbungen, wie uns Nicole Brandt von Boss Models im exklusiven Interview erzählt hat: „Die meisten werden abgelehnt. Wir haben Hunderte Anfragen, aber nur 150 Models in unserer Agentur. Es gehören viel mehr als nur die richtigen Maße dazu. Es geht um Persönlichkeit und Ausstrahlung, dass man mit Menschen umgehen kann, und natürlich ein schönes Lachen.“ Im Interview wurde betont, dass „Eisdiven“ oft angelehnt werden, natürliche Models seien bei Kunden beliebter. Die richtigen Modelmaße sind trotzdem die wichtigste Voraussetzung: Frauen werden bei den meisten Agenturen in Kapstadt erst ab 174cm angenommen und Männer ab 183cm. Dennoch probieren es jedes Jahr Tausende, schließlich wurden in Kapstadt schon Victoria’s Secret Models entdeckt.

 

Etwa 90% der Models bei Boss sind SüdafrikanerInnen. Für Deutsche ist es schwer, Fuß zu fassen. Die Mieten in Kapstadt sind in letzter Zeit rasant angestiegen, für Werbespots muss man häufig akzentfrei Englisch beherrschen, und die Aufenthaltsbestimmungen für Ausländer in Südafrika werden stets strenger. Das Modelleben ist nicht so glamourös, wie man sich es vorstellt: die meisten müssen in enge WGs ziehen und bis zu 16 Stunden am Tag vor der Kamera stehen- immer mit strahlendem Lächeln!  

 

Modelagenturen fliegen teilweise auch internationale Models für Direktbuchungen ein. Für diese wird alles organisiert, bis hin zum Visa. Bei der Modelagentur erklärte man uns: „Wir haben viele deutsche Kunden, aber eigentlich kommen unsere Kunden von überall aus der Welt. Die Hauptsaison ist im Sommer von Oktober bis März.“

 

Im Interview wurde ausgeführt, dass es lange dauert, bis man als Model Erfolg hat. Am Anfang organisiere man Test-Shootings, erst dann kann man sich ein Modelbuch aufbauen und sich vor der Konkurrenz beweisen. Im Laufe der Monate, wenn man „lernt sich vor der Kamera zu bewegen“ und Erfahrung gesammelt hat, wird man für die Kunden attraktiver.

 

In Cape Town werden Fotoshootings für Hugo Boss, Sisley, Puma und ähnliche Marken organisiert. Besonders lukrativ wurde Kapstadt für europäische und amerikanische Kunden durch die derzeit schwache Währung. In 2006 war 1 EUR nur 8 Südafrikanische Rand wert, heute sind es etwa 14 Rand. Deswegen können sich Kunden in Kapstadt oft aufwändigere Produktionen leisten als in Europa. Die Hauptkonkurrenz für die südafrikanische Modelindustrie ist nach wie vor Miami.